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TV-Kritik: "Nachsitzen!": Alles so schön bunt hier

"Promis zurück auf die Schulbank" sollte möglichst wild und flippig rüberkommen. Das Ergebnis war aber nur nervig.
Nochmal zurück auf die Schulbank? Das könnte man doch glatt an "Die Feuerzangenbowle" denken. Oder an die Sat 1-Show "Luke! Die Schule und ich" mit Luke Mockridge. Oder sich die neue RTL-Show "Nachsitzen" mit Daniel Hartwich ansehen, mit der die Kölner das Konzept von Sat 1 mehr oder weniger und eher mehr als weniger übernommen haben. Auch dort geht es um Promis und Schüler. Letztere durften bei RTL diesmal sogar als Juroren auftreten.
 
Als Promis traten an: Tanzrichter Joachim Llambi („Let’s dance“), Komiker Lutz van der Horst ("heute show"), Moderatorin und Gelegenheitsschauspielerin Ruth Moschner, DSDS-Gewinner Pietro Lombardi und als Blickfang noch Rebecca Mir aus "Germanys next Top Model". Als Juroren rund ein Dutzend Schüler, samt einem Direktor. Warum dieser unbedingt als blau gefärbte Handpuppe erscheinen musste, blieb ein Geheimnis.
 

Der grausame Stundenplan

 
Wahrscheinlich wollte RTL bei den Zuschauern einige nostalgische Erinnerungen an die Schulzeit der 70er und 80er wecken: Damals gab es am Samstagnachmittag nämlich immer die "Muppets-Show". Die geäußerten Erinnerungen der Kandidaten an die eigene Schulzeit erwiesen sich als von eigentümlicher Farblosigkeit. Ein Tanz mit der Tochter vom Direktor? Die eigene Schulzeit hat man da doch irgendwie anders in Erinnerung.
 
Aber klar, dass sich da niemand vor der Kamera die Peinlichkeiten der eigenen Biographie ausgräbt. Am besten kam da noch Lombardies Kommentar "Ich war nicht oft da". Ein bisschen Sadismus muss natürlich auch sein – schließlich will RTL seinen Bildungsauftrag entsprechend ernst nehmen. Auf dem Stundenplan stand darum kräftig das Trio Infernale aus Mathe, Physik und Chemie.
 

Planloses Sammelsurium

 
Schön, dass da auch die anderen oft nicht geschnallt haben, worum es eigentlich ging. Viele Zuschauer dürften in der RTL-Sendung vor dem Bildschirm allerdings ähnlich empfunden haben. Außer gewissen Fächern nervte in der Sendung nämlich noch eine Konzeptlosigkeit, die eine mindestens mittelschwere Hyperaktivitätsstörung bei den Machern vermuten ließ. Es war fast so schlimm wie letzten Sonntag im letzten Kieler "Tatort" mit Sibel Kekilli: ein einziges Chaos.
 
Hauptsache so viele Schnitte, Einspielungen, Überblendungen, Pfiffe, Kamerafahrten und Emojis wie möglich. Soll ja hip rüberkommen. Und noch Straßenbefragungen dazu, wobei sich mancher Zuschauer gefragt haben dürfte, warum RTL nicht gleich Leute von der Straße zur Show eingeladen hat. Geht ja alles, solange es ein dankbar klatschendes Publikum dafür gibt. Der Unterhaltungswert war dennoch überschaubar. Es weckte eher einen gewissen Fluchtinstinkt.
 
Am Ende mussten sich die Kandidaten, oh wie lustig, noch mit gewaltig übergroßen Sportschuhen sportlich betätigen. Sieger war am Ende jedenfalls Joachim Llambi. Der Zuschauer, sollte dieser bis dahin durchgehalten haben, dürfte sich eher als Verlierer gefühlt haben. Aber quotenmäßig hat eh das ZDF gewonnen, kein Wunder: Wer auf die Krimis im Zweiten schaltete, hat eindeutig die bessere Wahl getroffen.
 
 
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