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TV-Kritik: "Neu in unserer Familie": Wenig aufregend

Von Ein Paar gedenkt, eine offene Beziehung zu führen. Und das wirft für den Zuschauer vor allem eine Frage auf: Was soll daran denn so außergewöhnlich sein?
Die Patchworkfamilie beim Frühstück: Christian (Henning Baum) mit seiner Tochter Gianna (Anna Büttner) und Luis (Max Boekhoff). Foto: ARD Degeto/Christiane Pausch Die Patchworkfamilie beim Frühstück: Christian (Henning Baum) mit seiner Tochter Gianna (Anna Büttner) und Luis (Max Boekhoff).
Trautes Heim, Glück allein zu zweit? So was gilt schon lange nicht mehr. Trotz fallender Tendenz liegt die Scheidungsquote in Deutschland noch immer um die vierzig Prozent. Wer würde bei solchen Absturzquoten noch in ein Flugzeug steigen? Aber schön, in den Ring der Ehe, der bisweilen auch einem Boxring ähnelt, trauen sich zum Glück immer noch genug. Aber im TV herrscht wie auch in der Wirklichkeit noch Freiraum für andere Beziehungsmodelle.
 
Der eine oder andere TV-Zuschauer dürfte sich da etwa noch an die Partnertausch-Geschichte "Seitensprung mit Freunden" erinnern – die Degeto wagte sich damit ganz passabel auf das Gebiet der erotischen Komödie. Hier geht es jetzt noch einen Schritt weiter: Das Paar Marit (Maja Schöne) und Jonas (Benno Fürmann) greifen nicht nur mitten im Umzug zu Instrumenten, sondern beichten sich auch gegenseitig jeweils einen Beinah-Seitensprung.

Wichtige Entscheidung ganz nebenbei

Und kommen dabei ziemlich lässig überein, dem Partner oder der Partnerin jeweils die gewünschten Freiräume zu lassen. Jeder soll also tun können, was ihm oder ihr beliebt. Das geschieht so schnell und mühelos und nebenbei, dass man als Zuschauer vor Verwunderung den Kopf schüttelt. Aber ähnlich problemlos geht es auch weiter. In Kurzform: Jonas lernt die hübsche Johanna (Inez Bjørg David) kennen, Marit turtelt mit Christian (Henning Baum, Gitarrist in einer Metalband.

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Von dem sie im zweiten Teil "Ein Baby für alle" auch ein Kind erwartet. Nun kann man so eine Thematik auf verschiedene Weisen betrachten, eine Komödie, einen Thriller oder wenigstens ein Drama daraus machen. Daran gemessen kommt das Thema hier eher auf Harmonie gebürstet. Was schon mit den Hauptpaar anfängt, das sich eher am Erfolgsmenschen-Schema der Degeto orientiert als dass hier schon früh die Lunte brennt.

Thema brav abgearbeitet

Die Art und Weise, wie sich die Beziehungen entwickeln, erscheinen deswegen schon sehr konfliktfrei. Die Idee, mit Jonas und Christian ausgerechnet einen Hörgeräte-Spezialisten und einen Metalgitarristen aufeinandertreffen zu lassen, scheint hier schon als Spitzenleistung. Und auch wenn es gelegentlich aussieht, als würde sich hie und da ein echter Knalleffekt anbahnen, führt der Film vor allem vor, wie sich dergleichen durch Reden wieder aus der Welt schaffen lässt.

So arbeitet sich "Neu in unserer Familie" auch im zweiten Teil "Ein Baby für alle" ganz brav an einer Beziehungsform ab, die in dieser oder ähnlicher Form schon seit Ewigkeiten existiert. Und hinterlässt die Erkenntnis, dass etwas. was in der Realität funktioniert, deswegen noch lange keinen spannenden Film ergibt.
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