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TV-Kritik: "Nie wieder Klassentreffen": Lustlose Routine

Von Der Auftakt einer neuen Pilcher-Reihe verschenkt sein Potential. Heraus kommt nur eine müde plätschernde Schnulze.
Sandra (Denise Zich) und Luke (Patrik Fichte) müssen sich eingestehen, dass sich aus ihrer anfänglichen Charade nun wahre Gefühle entwickelt haben. Bild: ZDF und JON AILES Foto: JON AILES Sandra (Denise Zich) und Luke (Patrik Fichte) müssen sich eingestehen, dass sich aus ihrer anfänglichen Charade nun wahre Gefühle entwickelt haben. Bild: ZDF und JON AILES
Fans wissen: Wenn die Kamera über die grünen Hügel Cornwalls und die Felsen an der Küste des englischen Herzogtums fliegt, flimmert wieder eine Verfilmung von Rosamunde Pilcher über die Mattscheibe. Die Mischungen aus Herzkino-Romantik und geschickt platzierter Tourismus-Werbung kommt an, und wie: Seit dem Jahr 1993 hat das Zweite nicht weniger als 136 Pilcher-Adaptionen ausgestrahlt – diesen Film inklusive. Vergangenes Jahr hat sich sogar Prinz Charles bei Pilcher und dem ZDF bedankt: Der britische Thronfolger ist zugleich der amtierende Herzog von Cornwall.

Sendung verpasst? Hier gibt es den kompletten Film
 
In ganz so hohen Kreisen spielt Pilcher Nr. 136 allerdings nicht. Hauptfigur Sandra ist jedoch immerhin, wie sich das für eine Pilcher-Geschichte gehört, eine erfolgreiche Unternehmensberaterin. Sie hat eine Affäre mit ihrem verheirateten Chef, der sie dazu überredet, zu ihrem Klassentreffen zu fahren. Bei dieser Gelegenheit soll sie ihn auch ihrer Mutter Mary (Diana Körner) vorstellen. Aber dann findet sie heraus, dass die Ehe ihres Chefs weit stabiler ist als angenommen.
 

Motive der Handlung sind kaum verknüpft

 
In ihrem frustrierten Zustand trifft sie Luke (Patrik Fichte) wieder, ihren alten Klassenkameraden, der ihr einst einen üblen Streich gespielt hat. Die beiden beschließen, auf dem Klassentreffen als Paar aufzutreten. Dort warten noch weitere Komplikationen. Luke hat einst mit Klassenkamerad Daniel (Jens Nünemann) einen Lotto-Gewinn für die ganze Klasse beiseite geschafft: Jetzt werden die beiden deswegen erpresst.
 
Dazu hat Sandras Mutter Mary (Diana Körner) mit einem Aneurysma in ihrem Kopf und ihre Freundin Kate (Katja Woywood) mit einem dunklen Geheimnis zu kämpfen. Eine Menge Material für einen einzigen Film fährt „Nie wieder Klassentreffen“ also auf. Der Film kämpft denn auch schwer damit, seine vielen Figuren und Handlungsstränge wenigstens halbwegs miteinander zu verknüpfen.

 
Weitgehend lustlos abgefilmt

 
So richtig gelingt es nicht. Die Geschichte beinhaltet mit der Erpresserhandlung oder Sandras Sorge um ihre Mutter zwar durchaus spannende Ansätze, aber Regie und Drehbuch machen zu wenig daraus. Es gibt kaum einen Versuch, mit Kamera und Schnitt mal etwas Tempo in die Geschichte zu bringen. Was das Zweite hier präsentiert, kommt kaum über lustlos abgefilmte Routine hinaus.
 
Der Mangel an Dramatik, betont durch die plätschernde Filmmusik, macht es auch den Schauspielern schwer, markante Akzente zu setzen. Natürlich erwartet niemand bei dem Namen Pilcher einen Thriller, aber so müde und uninspiriert wurde die Autorin, die am 22. September ihren 93. Geburtstag feiert, bisher nur selten umgesetzt. Ein wenig mehr Mühe hätte sich das Filmteam schon geben können. Am 22. Oktober geht es weiter mit "Das Gespenst von Cassley" - und hoffentlich ein wenig mehr Elan.
 
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