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TV-Kritik: "Notfall im Paradies": Die ersten Schwächen treten auf

Von Die neue ARD-Reihe um "Die Inselärztin" Filipa Wagner präsentiert ihre zweite Episode. Warum der Plot hier mit dem Auftakt nicht ganz mithalten kann:
Filipa (Anja Knauer) tröstet Charlotte (Nadine Kösters), deren Eltern an einer schweren Infektion erkrankt sind. Foto: ARD Degeto/Tivoli Film/Alexander Schumann Filipa (Anja Knauer) tröstet Charlotte (Nadine Kösters), deren Eltern an einer schweren Infektion erkrankt sind.

Die Hauptfigur Filipa Wagner (Anja Knauer) konnte die ARD letzten Freitag mit ganz ordentlichen Quoten installieren: 4,3 Millionen Zuschauer verfolgten, wie Filipa Wagner (Anja Knauer), einst Chirurgin in verantwortungsvoller Position, auf Mauritius einen Neustart versuchte. Und wenn im zweiten Film Anja Knauer ein weiteres Mal mit nackten Füßen aus ihren Sandalen schlüpft – diesmal aus geringfügig anderer Perspektive gefilmt – ist schon klar: Die ARD will eine neue Reihe installieren.

Ohne Bilder, die reinstes Fernweh erzeugen, geht das natürlich nicht. Und so schwelgt die Kamera auch diesmal in glühenden Sonnenuntergängen, blauem Himmel, Unterwasseraufnahmen und sattem Grün. Auch ein prachtvoller Wasserfall mit Badegelegenheit fehlt nicht. Die Handlung setzt dafür anfänglich umso mehr auf Dramatik: Diesmal erwischt es Hotelgäste, die sich eine potentiell tödliche Bakterieninfektion einfangen.

Hauptgeschichte zu wenig präsent

Was Filipa Wagner und ihren Arztkollegen Daniel Buchner (Tobias Licht) stark unter Druck setzen, müssen sie doch erst einmal herausfinden, woran das betroffene Ehepaar überhaupt erkrankt ist. Hotelmanager Kulovits (Helmut Zierl) muss das Restaurant in der Anlage zur Vorsorge erstmal schließen lassen. Die Voraussetzungen für einen handfesten Katastrophen-Krimi wie im "Tatort"-Beitrag "Virus" aus Wien bringt die Geschichte also mit.

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Schade nur, dass dieser Handlungsstrang durch die Geschichten um Hotelmanager Kulovits (Helmut Zierl) und das übrige Hotelpersonal immer wieder ausgebremst wird. Da gibt es etwa eine Küchenchefin, die an Krebs erkrankt ist oder gar eine Restaurantkritikerin namens Andrea Richter, gespielt von "Venusfalle" Sonja Kirchberger. Die hatte mal was mit Kulovits, als dessen Frau im Sterben lag. Wobei auch diese Geschichte nicht so einfach war, wie Kulovits Sohn Mike (Tyron Ricketts) das betrachtet.

Anja Knauer bleibt ein Pluspunkt

Daneben kümmert sich Filipa Wagner nicht nur um die Hotelgäste, sondern behandelt auch gratis Einheimische. So richtig Anteilnahme erregt das anders als im Erstling "Neustart auf Mauritius" aber nicht. Es ist nämlich ziemlich viel, was nebenher noch passiert. Wobei das Drehbuch allerdings zu viele Themen anreißt,  ohne sie wirklich zu erzählen. Um die Mitte tritt die Geschichte deswegen längere Zeit auf der Stelle, erst gegen Ende nimmt "Notfall im Paradies" wieder mehr an Fahrt auf.

Anja Knauer kann immerhin punkten: Die idealistische Medizinerin nimmt man ihr problemlos ab, zumal das Drehbuch darauf achtet, sie keinesfalls als Superärztin darzustellen. Eine kompaktere Handlungsführung  würde der neuen Reihe aber helfen, ihre Stärken besser zu entfalten. Was die ARD ja auch in der "Eifelpraxis" schon erfolgreich vorexerziert hat.

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