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TV-Kritik: "Prager Kristalle": So muss Krimi sein

Der perfekte Thriller: Gleich richtig in die Vollen geht "Die Chefin" mit dem Auftakt „Prager Kristalle“ zur achten Staffel.
Lara (Kyra Kahre) muss Jens (Martin Schnippa) mit ein wenig Crystal Meth überzeugen, dass sie in das Haus einsteigen müssen, um den Autoschlüssel für die Limousine zu besorgen, die sie klauen sollen. Foto: Micha Marhoffer Lara (Kyra Kahre) muss Jens (Martin Schnippa) mit ein wenig Crystal Meth überzeugen, dass sie in das Haus einsteigen müssen, um den Autoschlüssel für die Limousine zu besorgen, die sie klauen sollen.
Erstmals nach 36 Folgen ermitteln Kommissarin Vera Lanz (Katharina Böhm) und ihre Kollegen Paul Böhmer (Jürgen Tonkel) und Jan Trompeter (Stefan Rudolf) aus der ZDF-Serie in eineinhalb Stunden Spielfilmlänge. Und die haben es in sich: Es beginnt mit dem nächtlichen Mord an der Crystal-Meth-Abhängigen Sonja im Krankenhaus.

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Nicht lange danach haben es die Ermittler mit dem nächsten Toten zu tun: dem Händler Matthias Arnold, der mit seinem Lieferwagen regelmäßig die deutsch-tschechische Grenze überquerte und dabei höchst verbotene Fracht transportierte. Sein Mörder lauerte ihm auf einer einsamen Landstraße auf und lockte ihn dort in eine tödliche Falle. Arnolds attraktive Frau Sybille (Felicitas Woll) liebte zwar ihren Mann, hütete aber zusammen mit ihrem Schwager Jürgen (Aurel Manthei) ein Geheimnis vor ihm.

Bewährte Zutaten perfekt gemixt

Spuren führen zudem zum Handel mit Luxuswagen und einem tragischen Junkie-Pärchen. Drehbuchautor Timo Berndt, aus dessen Feder unter anderem die hervorragende "Friesland"-Folge "Irrfeuer" stammt,  hat glücklicherweise nicht versucht, das Krimi-Genre neu zu erfinden. Im Gegensatz zum "Tatort" verzichtet das ZDF meist auf Experimente im Stil von "Borowski und das Fest des Nordens". Die Mainzer scheinen begriffen zu haben, dass sowas meistens fürchterlich schief geht.
 
So könnten dem Krimi-Fan einige Bestandteile von "Prager Kristalle" schon bekannt vorkommen. Das verzweifelte Junkie-Paar und andere tragisch verstrickte Figuren, eine Gangsterchefin namens "Witwe" , die sich stilvoll im Rolls Royce Phantom vorfahren lässt, Nahaufnahmen von Schusswaffe mit Schalldämpfer: Alles bewährte Zutaten, die sich hier aber quasi auf den Punkt genau gegart und scharf gewürzt präsentieren.

Dauerfeuer von spannenden Szenen

Timo Berndt hat seine Geschichte nämlich als regelrechtes Stakkato von packenden Szenen gestaltet, dass der Zuschauer kaum zum Luftholen kommt. Zusammen mit der Kamera von Andreas Zickgraf, die sich immer wieder an Szenen heranschleicht wie ein lauerndes Raubtier und der stimmungsvollen Musik von Johannes Brandt gelingt Regisseur Michael Schneider darum durchgehend eine wunderbar paranoide Atmosphäre, in der man stets auf den nächsten Paukenschlag wartet.
 
Und zugleich niemals lange warten muss. Das ist einfach perfektes Handwerk. Genauso muss Krimi sein!
 
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