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TV-Kritik: "Preis der Schönheit": "Ein starkes Team" war schon mal stärker

Von Nach dem ein Model vergiftet wird, dürfen Garber und Wachow diesmal in Hochglanz-Kulissen ermitteln. Ein Glanzstück wird der Krimi dadurch aber nicht.
Agenturchefin Christina Petersen (Dennenesch Zoudé) erklärt Otto Garber (Florian Martens) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) die gnadenlose Modebranche. Foto: ZDF/Katrin Knoke Agenturchefin Christina Petersen (Dennenesch Zoudé) erklärt Otto Garber (Florian Martens) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) die gnadenlose Modebranche.

Ein Mord im Model-Milieu in dieser Serie? Die Idee erscheint schon etwas zwiespältig: Ist es doch oft gerade der Blick in die Wohnstuben der Normalbürger und dazu ein kräftiger Schuss Hinterhof-Atmosphäre, die den besonderen Reiz von "Ein starkes Team" ausmacht. Zumal auch speziell Florian Martens als prolliger Kommissar Otto Garber diesen Hintergrund stets glaubwürdig verkörpert. In der jüngsten Episode ist vom Kleine-Leute-Milieu indessen wenig zu spüren.

Statt Bier fließt Champagner, anstelle von Berlinerisch wird ab und an Englisch geredet, logo geht es in der Geschichte auch um Sex-Partys und natürlich ist die Mannequin-Branche ein Haifischbecken mit Drogen und anrüchigen Kontakten. Deswegen haben Garber und seine Kollegen Linett Wachow (Stephanie Stappenbeck) und Sebastian Klöckner (Matthi Faust) auch einige Verdächtige zu untersuchen, als das Model Leonie Seiters während eines Fotoshootings plötzlich zusammenbricht und stirbt.

Schöner durch Pillen

Todesursache war ein tödlicher Drogencocktail in Leonies Trinkflasche. Kriminalrat Reddemann (Arnfried Lerche) zieht Sandra Keppler (Dorka Gryllus) zum Fall hinzu, eine renommierte Toxikologin, für die sich besonders Klöckner begeistern darf. Garber und Wachow dürfen sich währenddessen in Kulissen bewegen, die sich manchmal so strahlend weiß präsentieren, dass einem fast die Augen wehtun. Oder in Villen mit Swimmingpool mal eben eher unglaubwürdig in eine Drogenparty hineinplatzen.

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Sexuelle Übergriffe, Appetitzügler, kalte Agenturchefin etc.: Von den Klischees über die Modelbranche fehlt hier wirklich keines. Was kein Nachteil sein muss, allerdings hat die Reihe im Umgang mit Stereotypen schon deutlich mehr Souveränität gezeigt. Besonders "Gestorben wird immer" über Auseinandersetzungen unter Bestattern war in dieser Beziehung auch durch den schwungvollen Humor ein echter Höhepunkt. "Preis der Schönheit" kann da leider nicht mithalten, zumal auch die Witze oft ziemlich bemüht rüberkommen.

Bilder vom Flughafen Tempelhof

Durch die vielen Dialoge zieht sich besonders die erste Hälfte des Krimis merklich. Berliner Lokalkolorit bleibt dafür weitgehend außen vor, nur das Fotoshooting im alten Flughafen Tempelhof zu Beginn bringt ein wenig davon auf die Mattscheibe.  Es fehlt an Spannung, die sich erst in der zweiten Hälfte mit dem Mordversuch an einer Agenturchefin halbwegs ergibt. Und an Emotion, die trauernden Eltern der toten Leonie können ebenfalls erst spät in der Handlung wirklich etwas davon vermitteln.

Die Eltern Leonies sind überhaupt die interessantesten Verdächtigen. Es gibt dazu eine unerwartete Wendung, wenn sich sowohl der Vater als auch die Mutter als vermeintliche Täter zu erkennen geben. An solchen Ideen hätte der Film aber noch mehr gebraucht: Die Geschichte funktioniert zwar auch durch die unerwartete Auflösung und Gaststar Dorka Gryllus noch halbwegs, aber insgesamt bleibt der Eindruck einer lustlos heruntergekurbelten Routineproduktion.

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