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TV-Kritik: "Prognose Mord": Nicht der beste "Wilsberg"-Krimi

Von Der ZDF-Dauerbrenner kämpft in seiner neuesten Folge mit einer ziemlich verschachtelten und nicht gerade glaubwürdigen Geschichte.
Hanna Lehnhoff (Katrin Bühring) war einst die große Liebe von Ekki (Oliver Korittke). Foto: ZDF/Thomas Kost Hanna Lehnhoff (Katrin Bühring) war einst die große Liebe von Ekki (Oliver Korittke).

Overbeck (Roland Jankowsky) kann einem in dem ZDF-Dauerbrenner schon mal leidtun. Ewig der großsprecherische Angeber, der kein Fettnäpfchen auslässt und nie was Gescheites zustande bringt, ewig der Loser am Ende, keine Freundin – so was führt schon mal zu ausgeprägtem Weltschmerz. Kein Wunder dass sich so einer mit einem Kumpel auch mal ein wenig die Kante gibt, auch wenn er auf Bereitschaft ist.

Was dazu führt, dass ihm hinterher auch noch ein Dienstaufsichtsverfahren droht. Dass er ein wenig getankt hatte, blieb am Tatort nicht verborgen. Matthias Lehnhoff hieß das Opfer, ein Kollege von Ekkehardt "Ekki" Talkötter (Oliver Korittke). Eben hatte er noch in vertrauter Runde Geburtstag gefeiert. Eine Party, die gegen Ende von einem handfesten Streit mit seiner Frau Hanna (Katrin Bühring) überschattet wurde.

Die Geheimnisse des Opfers

Kurz darauf finden Ekki und Wilsberg (Leonard Lansink) Lehnhoff tot und Hanna mit einer Waffe vor ihm stehend. Sie behauptet aber, ihn gerade gefunden zu haben. Ekki, lange zuvor mal innig in Hanna verliebt, bittet Wilsberg, ihre Unschuld zu beweisen. Und der deckt schnell auf, dass Lehnhoff kein gewöhnlicher Finanzbeamter war, sondern sich für das LKA vor allem um Steuersünden im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität kümmerte.

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Wie einst bei Elliot Ness (bekannt aus "Die Unbestechlichen") sollte Lehnhoff Profi-Kriminelle, die man wegen schwererer Verbrechen nicht vor Gericht bringen konnte, wegen Steuerhinterziehung aus dem Verkehr ziehen helfen. Von da an folgt eine arg verwickelte Geschichte, die immer neue Themen anschneidet, immer weitere Kreise zieht und dem Zuschauer dabei ein geballtes Maß an Aufmerksamkeit abverlangt.

Eine mühsame Geschichte

Die aufzubringen, wird manchmal problematisch: Der Plot entwickelt sich sehr dialogreich, entsprechend statisch und statt Münsteraner Flair gibt es eine geballte Portion Big Data in Form einer russischen Spionagesoftware, die Overbeck in die Hände fällt. Ein Programm, mit dem sich Menschen innerhalb kürzester Zeit komplett durchleuchten lassen und sogar Verbrechen voraussagen lassen.

Philip K. Dick und Steven Spielberg ("Minority Report") lassen grüßen. Das Drehbuch gibt sich zwar Mühe, aus dem Thema einige Spannung und etwas Humor zu entwickeln. Die lustigsten Szenen sind allerdings die, in denen Wilsbergs Nichte Alex (Ina Paule Klink) und Ekki sich als scheinbare Ehepaare ausgeben.

Insgesamt kann die weitschweifige Geschichte trotz Ekkis tragischer Liebe diesmal allerdings keine Begeisterung wecken. Zumal auch die Lösung nicht glaubwürdig ausfällt: Das jemand, der für das LKA arbeitet, damit zugleich einen gigantischen Sozialbetrug ausführt, ohne dass die Behörde davon etwas merkt, muss der Zuschauer erst einmal schlucken.

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