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TV-Kritik: "Quallen auf dem Vormarsch": Schwimmer, aufpassen!

Von Planen Sie für den Sommer einen Badeurlaub im Süden? Dann sollten Sie zuvor unbedingt diese Doku gesehen haben!
Schmerzhafte Begegnungen mit Leuchtquallen (Pelagia noctiluca) verderben Touristen am Mittelmeer den Badespaß. Foto: Britta Kunft Schmerzhafte Begegnungen mit Leuchtquallen (Pelagia noctiluca) verderben Touristen am Mittelmeer den Badespaß.
Quallen hinterlassen bei vielen Betrachtern gemischte Gefühle. Nicht umsonst nennt man sie auch Medusen, nach der Medusa, jener Schreckensgestalt aus der griechischen Mythologie mit Schlangenhaaren. Quallen sind eklig, wenn sie als gallertartige Masse am Strand liegen. Und zugleich von einer gespenstischen und surrealen Schönheit, wenn sie mit rhythmischen Bewegungen ihrer Schirme durchs Wasser schweben.

Verfügen sie überhaupt über eine eigene Persönlichkeit wie andere Tiere? Das weiß niemand. Die Meeresbiologin Cornelia Jaspers bringt die Situation in dem Arte-Film auf den Punkt, wenn sie ausspricht, dass Quallen von der Forschung lange Zeit ignoriert wurden.  Quallen bestehen im Wesentlichen aus Stützgallerte, zusammengehalten von dünnen Zellhäuten. Sie haben kein Skelett, kein Herz und kein Gehirn.

Kleine Berührung mit tödlichen Folgen

Aber dafür Tentakel, und die verteilen ein oft extrem schmerzhaftes und bisweilen sogar tödliches Gift. Die gefährlichste Qualle ist die zu den Würfelquallen gehörende und vor Australien lebende Seewespe: Sie kann einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. An Negativschlagzeilen mangelt es den Quallen, die zu den Nesseltieren gehören, auch sonst nicht. Vor zwei Jahren starb eine 20-jährige aus Göttingen im thailändischen Koh Samui durch Kontakt mit einer Würfelqualle.

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In Schweden musste ein Atomkraftwerk abgeschaltet werden, weil Quallen die Zufuhr von Kühlwasser aus dem Meer blockierten. Eine Invasion von Leuchtquallen vernichtete Ende 2007 in Nordirland rund 100.000 Lachse, den Bestand einer ganzen Lachsfarm. Die Dokumentation zeigt Rettungsschwimmer, die ihre eigenen Methoden zur Behandlung von Quallenstichen präsentieren, und Quallen-Schutznetze am Badestrand.

Es gibt Giganten unter ihnen

Der Nutzen solcher Netze ist umstritten. Tatsache ist aber: Der Schaden von Quallenschwärmen ist enorm. Und das nicht nur für den Tourismus. Vor Japan haben Fischer mit der Riesenqualle zu kämpfen. Sie hat einen Schirm von zwei Metern Durchmesser und kann bis zu 200 Kilo schwer werden. Für die Forscher steht fest, dass sich diese Tiere durch die nährstoffreichen Abwässer vor der Küste Chinas explosionsartig vermehrt haben. Durch die Meeresströmung gelangen sie vor die Küste Japans.

Aber die Dokumentation zeigt nicht nur die exotischen und reißerischen Seiten dieser Tierart. Cornelia Jaspers zeigt auch eine kleine einheimische Art. Sie verfügt nicht über Nesselgift und ist darum für Menschen ungefährlich. Dafür kann sie sich extrem vermehren, weil sie rund 15.000 Eier pro Tag produziert. Quallen bedrohen verschiedene Speisefische wie Dorsch und Hering. Aber sie könnten auch zur Filterung von Schadstoffen dienen und die Aal-Bestände sichern.

Einblick in eine faszinierende Welt

"Quallen auf dem Vormarsch" zeigt die zwiespältige Faszination dieser Lebewesen in bisher selten gesehenen Bildern. Und warnt zugleich eindringlich vor Leichtsinn im Umgang damit: Wer einen Badeurlaub an warmen Stränden plant, ist gut beraten, sich den Film anzusehen und sich rechtzeitig um Schutzkleidung zu sorgen. Und am sichersten ist es bei unklarer Gefahrensituation ohnehin, das Meer zu meiden.
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