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TV-Kritik: "Queen – Behind the Rhapsody": Der steinige Aufstieg

Von Vor vierzig Jahren gelang der Gruppe Queen der endgültige Durchbruch. Diese faszinierende Doku beleuchtet die Zeit davor.
Queen-Sänger Freddy Mercury während eines Interviews im Jahr 1977 Foto: Eagle Rock Queen-Sänger Freddy Mercury während eines Interviews im Jahr 1977
Längst sind Queen in den Rock-Olymp aufgestiegen. Sie stürmen seit Jahrzehnten die Charts und füllen weltweit die gigantischsten Stadien. Aber wie für die meisten Bands gab es auch für Brian May (Gitarre), Roger Tayler (Schlagzeug), John Deacon (Bass) und Sänger Freddy Mercury eine lange Zeit davor. Die Zeit, in der sie in anderen Bands aktiv waren, sich kennenlernten und in der sie gemeinsam versuchten, einen eigenen Sound zu entwickeln und als Band zusammenzuwachsen.
 
In der Dokumentation "Queen – Behind the Rhapsody" lässt die Band, vertreten vor allem durch Brian May und Roger Taylor, ebendiese Zeit Revue passieren. Es ist dadurch eine sehr spannende, wenn auch streckenweise zusammenhanglose Dokumentation geworden. Die Durststrecke war lang und hart. Es nagt schon am Selbstbewusstsein, wenn man für einen Auftritt als Band gebucht wird, dann aber die Disco-Musik in der Pause besser ankommt als die Jungs selbst als Band davor.

Arroganz hilft beim Überleben

Sie werkelten sich aber halt so durch – irgendwie. Mit allen möglichen Hilfsjobs nebenbei, vom Aushilfslehrer bis zum Verkauf von alten Schals und russischen Fuchspelzen auf einem Markt in Kensington. Wenn sich die Band an einer Stelle zur scheinbar grundlosen Arroganz bekennt, könnte man deswegen mit Recht einwenden, dass eine Band wie eigentlich jeder Künstler ohne diesen Schuss Arroganz, ohne diesen Glauben, etwas ganz Besonderes anbieten zu können, gar nicht überleben kann.
 
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Für Zweifel blieb reichlich Raum: Auch die Bandmitglieder glaubten nicht durchweg an die Möglichkeiten zum Erfolg. Queen hatte aber immerhin jede Menge "fixe Ideen, die wir auf Teufel komm raus realisieren wollten". Der Film von Simon Lupton und Rhys Thomas macht diese Ideen und den chaotischen bis kreativen Prozess dahinter fühlbar und erlebbar. Interviews, Videos und Konzertmitschnitte nehmen dabei den Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die frühen siebziger Jahre.

Harte Rocker ganz feminin

Für Nostalgie sorgt dabei schon die Aufmachung des Quartetts. Queen hatte sich früh auf ein bestimmtes musikalisches Konzept festgelegt: Harter Rock mit einem kräftigen Schuss Harmonie darüber. Zu dieser Zeit traten aber unübersehbar auch Hardrocker noch mit Glitzerklamotten im Hippie-Stil auf: Die Zeit der knallengen Jeans und der mit Nieten bestickten Ledersachen war noch nicht angebrochen.
 
Mit Sätzen wie "Was ist nicht auf der Bühne alles danebengegangen" können sich bis heute viele Bandas identifizieren. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Queen war aber stets auch Sänger und Frontmann Freddy Mercury. Auch über ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod durch HIV-Infektion bleibt der Mann mit der markanten Stimme präsent. Neben Judas Priest-Frontmann Rob Halford war Freddy Mercury der wohl charismatischste schwule Rocksänger von Weltrang.
 
Es war auch in erster Linie Freddy Mercury, der den endgültigen Durchbruch mit "Bohemian Rhapsody" ermöglichte. Er steht im Mittelpunkt, wenn es um dieses Lied geht. Zum 40. Geburtstag des Lieds, das die Band in den Rock-Olymp trug, ist den Machern darum eine würdige Dokumentation darüber geglückt.
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