Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

TV-Kritik: "Robin Hood – Vom Outlaw zum Popstar": Das prickelnde Vergnügen

Weswegen sich Zuschauer die liebevoll gestaltete Verneigung vor der Legende des edlen Räubers nicht entgehen lassen sollten.
Russell Crowe als Titelheld in "Robin Hood" von Ridley Scott aus dem Jahr 2010. Foto: (ARTE) Russell Crowe als Titelheld in "Robin Hood" von Ridley Scott aus dem Jahr 2010.
In dem 63 Bände umfassenden "Oxford Dictionary of National Biography" – nicht 60 Bände, wie die Doku behauptet – über die berühmten Figuren aus der britischen Geschichte steht auch ein Mann, den es nie gab: Robin Hood. Genau, jener berühmte Räuber, der von den Reichen nahm, um es den Armen zu geben. Oder auch nicht, denn so wenig er historisch belegt ist, so facettenreich präsentiert er sich seit seinem ersten Auftauchen in Geschichten im ausgehenden englischen Spätmittelalter.

Sendung verpasst? Hier geht es zur Mediathek!
 
Zu Beginn war er nämlich in erster Linie als Gesetzesbrecher und Raubmörder angelegt – von seiner späteren sozialen Ader noch keine Spur. In der Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals gedruckten Balladensammlung "A Gest of Robyn Hode" erschien er schon deutlicher als Helfer der Armen. Auch seine zeitliche Zuordnung wechselte im Laufe seiner Karriere mehrmals: Es war vor allem der Dichter Sir Walter Scott, der ihn in seinem Bestseller "Ivanhoe" endgültig als Zeitgenossen von König Richard  Löwenherz und damit im späten 12. Jahrhundert etablierte.

Robin Hoods Durchbruch als Actionheld

Der US-Illustrator Howard Pyle gab der Figur des Robin Hood vor allem optisch neue Nahrung. Pyles Bedeutung wird in der Dokumentation nicht wirklich klar: Tatsächlich muss man sein Werk als Startschuss für die Abenteuer-Comics betrachten. Im 20. Jahrhundert stürzte sich jedoch vor allem die Filmindustrie Hollywoods auf den Outlaw aus dem Sherwood Forrest. Als sein erster bedeutender Leinwand-Auftritt gilt der Stummfilm von Douglas Fairbanks aus dem Jahr 1922.
 
Einen passenderen Darsteller hätte es damals kaum geben können: Fairbanks‘ Filme aus den zwanziger Jahren waren nicht nur der Startschuss für das Action- und Abenteuerkino generell. Er hatte, was die Doku nicht erwähnt, seine Karriere als Leinwandheld zwei Jahre vor Robin Hood als Zorro begonnen – einer Figur, die als Rebell bemerkenswerte Parallelen zu Robin Hood aufweist. Und Fairbanks zeigte sich als Robin Hood in erstaunlich brutalen Szenen – ganz im Geist des ursprünglichen Robin Hood also.

Nachteil der Doku: die kurze Laufzeit

 Errol Flynn trat da in seinem "Robin Hood, König der Vagabunden" schon deutlich romantischer auf. Die Doku schlägt einen weiten Bogen von den klassischen Bearbeitungen bis zu neuesten Leinwand-Versionen. Neben den soziologischen und filmhistorischen Ausführungen zum Thema kommen dabei auch zeitgeschichtliche Hintergründe aus der Traumfabrik nicht zu kurz. Überhaupt Film: Die Sendung lässt neben Autoren und Historikern passenderweise vor allem Filmemacher wie Ridley Scott oder Kevin Reynolds zu Wort kommen.
 
Beide haben den klassischen Abenteuerstoff auf ihre Weise mit Russell Crowe und Kevin Costner adaptiert. Diese Zusammenstellung mitsamt vielen Filmausschnitten und sichtlich liebevoller Machart  bereitet indessen so viel prickelndes Vergnügen, dass die Dokumentation gerne die doppelte Laufzeit als nur 52 Minuten hätte haben können. Sie hätte sich überdies perfekt für den  Sonntagnachmittag geeignet – der späte Sendetermin ist nur schwer nachvollziehbar.  
 
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse