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TV-Kritik: "Sag, es tut dir leid": Ein klassischer Schocker lässt grüßen

Von Nachdem ein totes Mädchen auftaucht, soll Psychiater Jessen helfen, ein weiteres Mädchen noch lebend zu finden. Der Krimi variiert einen legendären US-Film.
Vincent Ruiz (Jürgen Maurer) benötigt den erfahrenen Psychiater Dr. Johannes Jessen (Ulrich Noethen), um einen teuflisch spannenden Fall zu lösen. Foto: Marion von der Mehden Vincent Ruiz (Jürgen Maurer) benötigt den erfahrenen Psychiater Dr. Johannes Jessen (Ulrich Noethen), um einen teuflisch spannenden Fall zu lösen.

In dieser Beziehung sind die Indizien zumindest eindeutig: Zwei entführte Mädchen, von denen eines tot aufgefunden wird. Ein Psychopath und Mörder, der das andere entführte Mädchen in einem finsteren Kellerloch gefangen hält. Ein polizeiliches Sondereinsatzkommando, das – Achtung, Spoiler-Alarm! – am falschen Ort zuschlägt, während eine Polizistin dem echten Täter gegenübersteht. Woran erinnert das nur?

Natürlich, an "Das Schweigen der Lämmer", jenen Oscar-preisgekrönten Schocker mit Anthony Hopkins und Jodie Foster. Der Wiedererkennungswert ist auch im Rest des mittlerweile fünften Kriminalfilms aus der "Neben der Spur"-Reihe um Psychiater Dr. Johannes Jessen (Ulrich Noethen) hoch, so beim Verschwinden von dessen Tochter Charlotte (Lilly Liefers). Was den Vater natürlich in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

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Ein Zeuge ohne echten Wert

Das tote Mädchen war eines von zwei "Elbemädchen" genannten jungen Mädchen, die schon seit längerem spurlos verschwunden waren. Gleichzeitig muss sich Kommissar Vincent Ruiz (Jürgen Maurer) um den Fall eines brutal ermordeten Ehepaars kümmern. Andreas Schaller (sehr stark: Sabin Tambrea), den Ruiz für den Täter hält, leidet an schwerer Schizophrenie. Bald zeigen Spuren ergeben, dass die Tote sich im Haus des Ehepaars aufgehalten hatte.

Jessen hält Schaller aber nicht für den Täter, da der durch seine psychische Erkrankung zu einem so strukturierten Vorgehen gar nicht in der Lage wäre. Der Psychiater zeigt sich hier einerseits in Hochform, was seine Beobachtungs- und Kombinationsgabe betrifft. Fast schon ein wenig wie Hannibal Lecter. Sein körperlicher Zustand hält damit aber schon lange nicht mehr mit. Was ihn allerdings nicht davon abhält, noch selbst  Auto zu fahren.

Kultiviert wie Hannibal Lecter

Der Krimi nutzt das für eine geschickt platzierte Schrecksekunde. Ansonsten verhält sich Jessen aber angenehm normal. Noethen verleiht ihm auch weiterhin überzeugend eine seriöse Aura, zu der auch beiträgt, dass Jessen trotz seiner Erkrankung den Freuden des Lebens zugewandt bleiben darf. Ob einem gepflegten Glas Whisky, seiner Schaller betreuenden Berufskollegin Julia Allenstein (Ulrike C. Tscharre) oder der Goldberg-Variationen Johann Sebastian Bach.

Diese Musik hört er, als Allenstein bei ihm eintrifft, und es sind dieselben Töne, die in "Das Schweigen der Lämmer" Lecters blutige Flucht einleiten. "Sag, es tut dir leid" variiert den Klassiker von 1991 auf vielen Ebenen sehr clever und schlägt selbst kurz vor dem Ende der Geschichte noch einen intelligenten Haken. Neben dem sensationellen Erstling "Adrenalin" gelang hier ein echter Höhepunkt der Reihe.

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