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TV-Kritik: "Sarah Kohr – Mord im Alten Land": Superfrau auf Solo-Tour

Das ZDF kann Action: Der zweite Thriller um die Polizistin Sarah Kohr wird richtig wild. Allerdings stören doch ein paar schwache Szenen.
Im Gerichtsgebäude nimmt Thomas Lichter (Marcus Mittermeier) die Polizistin Sarah Koor (Lisa Maria Potthoff) als Geisel und flieht mit ihr. Bild: ZDF und Marion von der Mehden Foto: Marion von der Mehden Im Gerichtsgebäude nimmt Thomas Lichter (Marcus Mittermeier) die Polizistin Sarah Koor (Lisa Maria Potthoff) als Geisel und flieht mit ihr. Bild: ZDF und Marion von der Mehden

Wenn Frauen die Fäuste fliegen lassen, kommen oft selbst gestandene Actionhelden wie James Bond oder Indiana Jones ins Schwitzen. Mit Sarah Kohr hätte aber vermutlich selbst Chuck Norris mitunter seine liebe Not. Viere Jahre nach ihrem Debüt in "Der letzte Kronzeuge – Flucht in die Alpen" hat das Zweite die Powerfrau reaktiviert und zur zentralen Figur einer neuen Reihe gemacht.  Der nächste Knaller ist bereits im Kasten.

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Nach all den depressiven und bedächtigen Ermittlern also endlich mal eine richtige Körperheldin – was für eine Wohltat! Und Lisa Maria Potthoff macht sich prächtig als sehniges Energiebündel, das sich trotz allem Rennen, Schießen und Prügeln ein gerütteltes Maß an Weiblichkeit bewahrt. Sonst wäre ja auch wohl ihr alter Freund und Ex-Liebhaber Anton Mehringer (Herbert Knaup) nicht noch immer scharf auf sie.

Sarah Kohr als Geisel

So scharf, dass er sich sogar als Geisel anbietet, als sie im Gerichtsgebäude in die Hände des mutmaßlichen Mörders Thomas Lichter (Marcus Mittermeier) gerät. Sarah selbst hat Lichter mit einem Messer in der blutverschmierten Hand gesehen, als sie sich um seine sterbende Geliebte kümmerte. Genug Indizien, um den Laboranten hinter Gitter zu bringen. Aber Lichter gelingt mit Kohr als Geisel die Flucht.

Nach ihrer Befreiung bedrängt sie Mehringer, in die Fahndungsgruppe aufgenommen zu werden. Dass sie dabei auch mit Mehringers Ehefrau Anna (Stephanie Eidt) zusammenarbeiten muss, verkompliziert die Situation zusätzlich. Einzelgängerin Sarah Kohr gerät in ein Komplott, wo ein Knastbruder, Tätowierungen, Äpfel, Hersteller von Pestiziden und eine ganzes Heer finsterer Berufskiller eine wichtige Rolle spielen.

Eine richtig wilde Geschichte also. Timo Berndt hat sie sich ausgedacht. Von dem stammen unter anderem diverse "Wilsberg"- und "Friesland"-Episoden und die gehören mit zu den besten dieser Reihen. Auch hier hält Berndt die Handlung so kräftig unter Volldampf, dass man über die nicht ganz so gelungenen Stellen großzügig hinwegsehen möchte. Auch wenn es ihm nicht gelingt, diese Momente gänzlich zu überspielen.

Unnötige Mängel an Glaubwürdigkeit

Mitunter wirken Szenen nämlich so unglaubwürdig, dass es dafür sicher bessere Alternativen gegeben hätte. So wenn der nach einem Mordanschlag schwerverletzte Lichter in Sarahs Wagen sich überhaupt nicht mehr rührt und dennoch später ziemlich mühelos von Sarahs Mutter Heike (Corinna Kirchhoff) gerettet wird – und das auch noch unter hygienisch zweifelhaften Bedingungen, weil das nicht einmal in einem Krankenhaus geschieht.

Auch wenn Anna Mehringer am Ende zwar von Polizisten umgeben ist, sich aber dennoch alleine im an Sarahs Verfolgung macht, wirkt das ziemlich bemüht. Selbst wenn Regisseur Marcus O. Rosenmüller und Lisa Maria Potthoff also in Sachen Action einen richtig guten Job machen, bleibt in der Handlung also in manchen Details noch Luft nach oben.

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