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TV-Kritik: "Schatten der Vergangenheit": Mord, Sex und andere Geschäfte

Von Nachdem ein Anwalt unter dubiosen Umständen verschwindet, ermittelt Helen Dorn in ihrem neuen Fall in der besten Gesellschaft. Und an einer alten Schulfreundin.
Helen Dorn (Anna Loos) befragt Robert Lorenz, dessen Anwalt Johannes Trautwein spurlos verschwunden ist. Foto: ZDF/Willi Weber Helen Dorn (Anna Loos) befragt Robert Lorenz, dessen Anwalt Johannes Trautwein spurlos verschwunden ist.

"Ich lebe in einem Alptraum! Man hat mich verhaftet wegen einer widerlichen Straftat, die ich nicht begangen habe. Wenn ich verurteilt werde, dann land ich für Jahre im Knast! Nur, wenn ich nicht verurteilt werde, wird mein Leben nie wieder so sein, wie es mal war!" Robert Lorenz (Thomas Loibl) wird vorgeworfen, Eva Czerny (Barbara Prakopenka) vergewaltigt zu haben, das Kindermädchen seiner Tochter Sarah (Lola Liefers).

Jetzt ist sein Anwalt Johannes Trautwein spurlos verschwunden. Möglicherweise hatte er Beweise, die Lorenz entlasten könnten. Als Helen Dorn den Fall untersucht, begegnet sie ihrer alten Schulfreundin Britta (Ina Weisse), die mittlerweile mit Robert Lorenz verheiratet ist. Und einem Callgirl, das mit dem verschwundenen Anwalt Kontakt hatte. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich ausgerechnet das Kindermädchen.

Ein makabres Geschenk

Die mittlerweile neunte Episode der Krimireihe "Helen Dorn" entpuppt sich als echte Überraschung. Nach dem herausragenden Auftakt „Das dritte Mädchen“ von 2014 zeigten sich die Nachfolger von höchst gemischter Qualität. Wobei aber keine einzige Geschichte auch nur annähernd mehr die packende Wirkung des Erstlings erreichen konnte. Die Plots waren dabei aber nicht das einzige Problem.

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Als Manko erwies sich nicht zuletzt auch die Konzeption der Hauptfigur. Drehbücher und Regisseure reduzierten Anna Loos‘ Schauspiel  auf unterkühlt bis eisig und führten zu einer Monotonie im Ausdruck, die Helen Dorn Sympathie und Glaubwürdigkeit kostete. Ein Problem, das auch in diesem Film spürbar bleibt. Allerdings darf Helen Dorn zumindest ansatzweise mal etwas Gefühl durchschimmern lassen, wenn sie ihrem Vater ein hinterhältiges Geburtstagsgeschenk überreicht.

Überraschend gut

Als echter Fortschritt gegenüber vielen Vorgängern zeigt sich hier aber die Handlung, die Helen Dorn in die gehobene Gesellschaft führt. Das Auseinanderfallen von Sein und Schein – ein glanzvoll erscheinender Hof steckt tief in den roten Zahlen – und ein ziemlich ausgeklügeltes Geflecht aus unsauberen Geschäften, Mord und Sex gibt dem Krimi einen bemerkenswerten Sog, der im Verlauf der Geschichte immer mehr ansteigt.

Und sich schließlich in einem knalligen Finale entlädt. Ein weiterer Pluspunkt: die Besetzung, wobei sich Filmfreunde zudem über ein Wiedersehen mit Angela Winkler ("Die verlorene Ehre der Katharina Blum") freuen dürfen. "Schatten der Vergangenheit" kann sich tatsächlich mit "Das dritte Mädchen" messen. Ob er der Reihe auch einen neuen Qualitätsschub verleihen kann, bleibt indessen abzuwarten.

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