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TV-Kritik: "Schulden, Pleite, Insolvenz": Die schwierige Arbeit der Helfer

Diese 37°-Sendung hat es in sich: Sie portraitiert Menschen im Kampf um ihren letzten Rest an Selbstbestimmung.
Die Schuldnerberaterin besucht eine junge Mutter. Sie lebt von Hartz Vier und ist hoch verschuldet. Foto: Frank Schunicht Die Schuldnerberaterin besucht eine junge Mutter. Sie lebt von Hartz Vier und ist hoch verschuldet.
Sie sind oft der letzte Halt vor dem totalen Absturz, dem Leben auf der Straße: die Schuldnerberater. Frauen wie Marlies Schmidt aus dem brandenburgischen Perleberg oder Männer wie Ralf Berg, der im Ruhrgebiet im Einsatz ist. Sie treffen auf unbezahlte Rechnungen, Mahnungen, Kontenüberzüge und verzweifelte Menschen, die oft längst den Überblick über ihre Situation verloren haben.
 
Menschen wie Renate etwa. Die 69-jährige hatte hohe Kredite aufgenommen, um die Wohnung zu renovieren, in der sie zusammen mit ihrem Mann lebte. Die Bank fragte nicht nach und zog natürlich auch keine Notbremse. Ralf Berg weiß, warum: Bankangestellte sind oft nichts weiter als bessere Kreditverkäufer. Doch wenn das Konzept zusammenbricht, droht der finanzielle Absturz, oft begleitet von schweren psychischen Problemen.

Weitere Schulden trotz Insolvenz

Schuldnerberater sind deswegen oft auch als Seelsorger gefordert. So bei Cindy, 23 Jahre alt, einer alleinerziehenden Mutter von drei Kindern. Sie steckt bereits in einer Insolvenz, aber muss nebenher noch weitere Gläubiger bedienen. Weil sie sich nicht mehr zu helfen weiß, explodieren ihre Schulden weiter: so erhöht sich eine Forderung an sie in Höhe von 52,05 Euro durch Inkasso auf stattliche 123,75 Euro.

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Ein Zuwachs von über 70 Euro – selbst für Normalverdiener ohne Schulden ein stattlicher Betrag. Aber noch ist sie jung. Ältere Schuldner wie Renate oder ein Rentnerpaar mit einem Mann, der an Demenz leidet, haben oft gar keine Chance mehr, aus ihren Miesen herauszukommen. Manche der Klienten von Marlies Schmidt oder Ralf Berg haben dabei einen soliden bürgerlichen Lebensweg vorzuweisen.

Das Ruhrgebiet kämpft mit Verarmung

Aber nicht nur Krankheiten werfen Männer wie einen Zeitsoldaten von 39 Jahren aus der Bahn, der sich zum Polizisten hatte umschulen lassen. Ein vergeblicher Aufwand – seine Träume auf eine Übernahme sind geplatzt. Vielen macht auch die Verarmung durch steigende Arbeitslosigkeit zu schaffen.  Im Ruhrgebiet ist das besonders deutlich spürbar: Dortmund, Duisburg oder Essen waren einst blühende Industriestandorte.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Die 37°-Sendung begleitet Marlies Schmidt und Ralf Berg zu einer Sozialreportage, die es in sich hat. Schnell sind hier von Außenstehenden überhebliche Urteile gefällt, aber die Sendung macht klar, welches Einfühlungsvermögen von den Beratern oft gefragt ist. Das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen, vermittelt diese Sendung hautnah.
 
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