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TV-Kritik: "Schwarzach 23": Die liebe Mischpoke

Von Originell und erstklassig besetzt: Die Mischung aus Heimat- und Familienfilm mit handfestem Krimi kommt echt gut.
Franz Germinger Junior (Maximilian Brückner) ist nach Antons Tod besorgt um dessen Partnerin Irene (Dorothee Hartinger, r.), die an Krebs erkrankt ist. Foto: ZDF/Hendrik Heiden Franz Germinger Junior (Maximilian Brückner) ist nach Antons Tod besorgt um dessen Partnerin Irene (Dorothee Hartinger, r.), die an Krebs erkrankt ist.
Was für eine Familie, diese Germingers: Franz Germinger senior (Friedrich von Thun) war Polizist, Sohn Franz Germinger junior (Maximilian Brückner) ist es ebenfalls und Tochter Anna (Marlene Morreis) arbeitet auch als Ordnungshüterin. Und da überschreitet sie gerne mal ihre Kompetenzen, weswegen sie als besonders fiese Strafe in ihren Heimatort strafversetzt wurde. Die Sippschaft wird komplettiert von Mutter Erika (Gundi Ellert). Die pflegt eine Affäre Karl (Jockel Tschiersch), ebenfalls Polizist. Und Vater und Sohn teilen sich auch noch die gleiche Frau: Lilly (Judith Bohle), eine Prostituierte.

Eine Szene war schwachsinnig

Es geht also recht munter zu im tiefen Bayern in Schwarzach 23, wo die ganze Familie unter einen Dach zusammenwohnt. Franz Germinger senior zieht gerne mal einen Joint durch, neigt zu Mauscheleien aller Art und bevorzugte schon immer die Tochter. Viel Skurriles auf einmal, manchmal rührend, oft witzig und ein- bis zweimal blödsinnig überflüssig wie die Vision des Sirtaki tanzenden Jesus. Manches hat man auch schon in anderen Krimis gesehen: Auch der Vater von "Tatort"-Kommissar Frank Thiel ist Potraucher.
 
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Die Germingers müssen nun gemeinsam einen Fall lösen: den Tod von Anton, einem Schrotthändler, der Franz Germinger junior mit großgezogen hat. Anton hat sich in krumme Geschäfte eingelassen, um mit dem Geld seiner krebskranken Frau zu helfen. Franz Germinger senior, längst pensioniert, mischt in den Ermittlungen ungefragt und kräftig mit: Er will seinem alten Freund Harry (André Jung), der auch in den Fall verstrickt ist, die Haut retten. Und das ist gar nicht so einfach, denn der fiese Hermann Böhm (Thomas Schmauser) macht Harry ordentlich das Leben schwer.

Krumme Geschäfte für die kranke Ehefrau

Originell wollen viele Krimis sein, aber der ist es wirklich. Die Familienbande im Hintergrund sorgen nicht nur für Lacher, sondern auch immer wieder für besinnliche Momente: Etwa, wenn Mutter Erika dem bockigen Sohn von dem Moment erzählt, in dem er als Kind irgendwelche bedrohlichen Pilze gegessen hatte. Auch sonst gibt es Szenen im Film, die richtig zuschlagen, besonders, als Antons Witwe auf die Frage nach dem Zweck von Medikamenten wortlos die Perücke vom Kopf zieht und der kahle Kopf sichtbar wird.
 
Daneben kommen in "Schwarzach 23 und die Hand des Todes" auch polizeiliche Ermittlungsarbeit sowie schwarzer Humor nicht zu kurz. Christian Jeltsch und Michael Comtesse (Drehbuch) und Matthias Tiefenbacher (Regie) machen es dem Zuschauer leicht, den Film zu mögen: Die Geschichte nimmt viele unerwartete Wendungen, es gibt eine Menge feiner Dialoge und an den schauspielerischen Leistungen gibt es gleichfalls nichts auszusetzen.

Es gibt noch was Gutes zu berichten: Eine Fortsetzung des Streifens ist in Arbeit. Wobei, ob das wirklich gut ist, wird sich noch herausstellen. Was die Macher des Films sich für den Erstling haben einfallen lassen, weckt jedenfalls schon mal hohe Erwartungen.
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