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TV-Kritik: "Schwarzach 23": Mörderisch konfus

Von Eher wirr als witzig: Trotz einiger ganz guter Einfälle sorgt der Krimi eher für Kopfweh als für spannende Unterhaltung.
Böse Erinnerungen werden wach als Franz Germinger Senior (Friedrich von Thun, r.) und Edi Sternbrunner (Fred Stillkrauth, l.) aufeinander treffen. Foto: ZDF/Barbara Bauriedl Böse Erinnerungen werden wach als Franz Germinger Senior (Friedrich von Thun, r.) und Edi Sternbrunner (Fred Stillkrauth, l.) aufeinander treffen.
Schon eine komische Familie, die Germingers, wohnhaft in Schwarzach 23: Vater Franz Germinger Senior (Friedrich von Thun), ein pensionierter Kommissar,  hat sich mit seiner Frau Erika (Gundi Ellert) längst auseinandergelebt, wohnt aber noch mit ihr unter einem Dach. Er toleriert ihren Liebhaber, sie sein Kiffen und noch anderes mehr. Sohn Franz Germinger Junior (Maximilian Brückner) ist ebenfalls bei der Polizei, genau wie Tochter Anna (Marlene Morreis), die gerne mal ihre Kompetenzen überschreitet.

Letztes Jahr durfte die schräge Sippschaft erstmals auf Verbrecherjagd gehen. Und dieses Mal geht es um den toten Willy Unterkofer, der grausig zugerichtet in der Nähe des Münchner Flughafens liegt. Der Tat verdächtig unter anderem ist der rechtsradikale Taxifahrer Volker Aumann (Robert Gallinowski), der Willy zum Flughafen gebracht hat. Und dem aus dem Fahrwerk eines Flugzeugs ein Pakistani auf den Kopf fällt. Was ihn zwar erstmal untauglich zum Verhör, dann aber zu einem umgänglichen Zeitgenossen macht: Bei der Untersuchung im Krankenhaus wird ein Gehirntumor entdeckt und rausoperiert, dann ist Aumann normal.

Pluspunkt: Peri Baumeister

Man merkt schon: Nicht nur die Germingers sind ziemlich schräg in "Schwarzach 23 und die Jagd nach dem Mordsfinger", auch der Fall ist es. Als Franz Germinger Junior, der so gar nichts von der lässigen Lebensart seines Vaters geerbt hat, tiefer in die Materie hineingerät, wird der Alte nervös: Es geht um den Bau des Flughafens und die damit zusammenhängenden Grundstücksgeschäfte, allerlei Gemauschel vor Jahrzehnten und ein verlockendes Angebot, dem auch der Polizei-Papa nicht widerstehen konnte. Und um Willy Unterkofers koksende und überaus verführerische Tochter Kim (Peri Baumeister).

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Aber wie das alles zusammenhängt? Tja, das ist gar nicht so einfach zu erklären. Der Stilmix aus Krimi, Groteske und Komödie funktioniert zwar phasenweise nicht schlecht, auch durch einige gute Gags und zündende Dialoge. Aber es fällt schwer, den Überblick zu behalten, wer eigentlich wen wann warum genau totgemacht hat. Immer wieder gibt es rätselhafte bis unzusammenhängende Szenen, aber keine Lösung dazu. Der Wust wird immer undurchschaubarer. Die sprunghafte Inszenierung trägt das ihre dazu bei. Bisweilen gerät die Handlung so konfus, dass man fast das Interesse verliert.

Vater und Sohn: Konflikt kommt zu kurz

Wohl dem, der da noch durchblickt. Erst gegen Ende klärt sich die Angelegenheit halbwegs plausibel auf.  Hier wäre weniger Verwirrung deutlich mehr gewesen. Mehr von der überzeugend agierenden Peri Baumeister. Mehr von der so schön bösen Leslie Malton. Und vor allem mehr Auseinandersetzung des Sohnes mit der Vergangenheit seines Vaters. Das Spannendste an der Geschichte ist zwar die Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn Franz Germinger, aber leider fehlt es dem Konflikt an Tiefe.  

Das Zusammenspiel von Komik und Tragik hat im ersten Film „Schwarzach 23 und die Hand des Todes“ deutlich besser funktioniert. Ansätze dazu sind aber auch diesmal vorhanden. Es gibt da etwa die Szene, in er sich von Thun mit Fred Stillkrauth eine recht ordentlich gefilmte und gespielte Prügelei liefert. Diese Szene - normalerweise mit weit jüngeren Schauspielern gedreht - liefert zumindest einen Eindruck davon, was man mit der Besetzung noch alles aus der Geschichte hätte herausholen können.
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