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TV-Kritik: "Selbst ist die Frau": Kopiert das ZDF hier eine andere Serie?

"Die Rosenheim-Cops" haben es diesmal mit einem ermordeten Sportmediziner zu tun: Was daran an eine weitere Krimi-Serie erinnert.
frankfurt.  Könnten "Die Rosenheim-Cops" ein wenig von "Derrick" inspiriert worden sein? Vor 19 Jahren flimmerte die letzte "Derrick"-Folge über die Mattscheibe. Der Oberinspektor löste nicht wenige seiner Fälle im gehobenen Villen-Milieu, und bei den Rosenheim-Cops verhält es sich ähnlich: Immer wieder spielen die Fälle in den oberen Einkommensschichten. Das bayrische Alpenvorland mit seinen zumindest in der Serie stets sonnenbeschienenen Wiesen, Bergen und Gewässern taugt nun einmal nicht für stimmungsvoll düstere Aufnahmen aus kaputten Treppenhäusern und Hinterhöfen.  
 
Das Opfer in dieser Geschichte verfügte ebenfalls über üppige finanzielle Mittel: Dr. Ulrich Mühlhauser, ein  berühmter Sportarzt, sitzt mit einer tödlichen Kopfwunde auf einer Bank am Ufer des Inn. Er betrieb mit seinem Arztkollegen Dr. Kurt Behring (Heio von Stetten) eine Gemeinschaftspraxis, in der die beiden Sportler wie Leichtathleten oder Eishockey-Spieler betreuten. Seine Frau Erika (Elisabeth Lanz) reagiert nicht gerade geschockt über sein
Die Kommissare Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger, r.) und Sven Hansen (Igor Jeftic, l.) verdächtigen Dr. Behring (Heio von Stetten, M.). Bild-Zoom Foto: Christian A. Rieger - klick
Die Kommissare Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger, r.) und Sven Hansen (Igor Jeftic, l.) verdächtigen Dr. Behring (Heio von Stetten, M.).
en Tod.
 

Der Hammer aus dem Handwerker-Kurs

 
Schnell finden die Kommissare Sven Hansen (Igor Jeftic) und Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger) heraus, dass sie eine Affäre hatte. Sie hatte an einem Handwerkerkurs für Frauen teilgenommen, um sich beruflich selbständig zu werden, und war dem Kursleiter Hermann Seiler (Max Schmidt) ziemlich nahe gekommen. Was die Fahnder hellhörig werden lässt: In der Nähe der Leiche haben sie das Tatwerkzeug gefunden, einen Hammer aus Seilers Besitz.
 
Ganz so einfach ist dann natürlich doch nicht, denn auch Behring hatte ein massives Tatmotiv, wie sich am Ende herausstellt. Trotz der flott und umstandslos erzählten Krimihandlung  bleibt die Spannung wie üblich auf dem Niveau einer erholsamen Vorabend-Serie. Dafür sorgen schon die Schauspieler, die sich ziemlich entspannt geben. Hier wird niemandem schlecht beim Betrachten einer Leiche und zu Nervenzusammenbrüchen bei einer Todesnachricht kommt es auch nicht.
 

Die Spannung kommt eher nebenbei

 
Weswegen diese  Folge in einigen Szenen schon etwas irritiert: Nicht einmal der Täter, der am Ende wegen Mordes verhaftet wird, wirkt in irgendeiner Weise ernsthaft gebrochen. Ein wenig mehr Pfeffer in Form von schauspielerischem Einsatz hätte hier nicht geschadet. Für die humoristische  Nebenhandlung darf diesmal Kommissar Hofer sorgen, schon durch seinen schwergewichtigen Darsteller Joseph Hammerschläger die Hauptfigur der Serie.
 
Der barocke Genießer Hofer, der zu Beginn fast jeder Folge beim Frühstücken im Freien gezeigt wird, vermittelt viel von jenem Feierabend- und Urlaubsgefühl, dass allein schon durch die Musik und die Landschaftsaufnahmen vermittelt wird und sicher nicht wenige Fans an die Serie bindet. Wohl auch deswegen halten sich die Schauspieler so zurück: Zu viel Krimi-Spannung würde da nur stören – dafür hat das ZDF ja noch den Montags- und Freitagskrimi.
 
 
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