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TV-Kritik: "Silvesterstadl": Pilawa machte einen guten Job

Von Nach Andy Borgs Ablösung ging der Show-Klassiker gewaltig in die Knie. Pilawa schaffte es aber an Silvester, das Steuer herumzureissen.
Francine Jordi und Jörg Pilawa bei der Generalprobe zum "Silvesterstadl" in der Stadthalle in Graz. Foto: dpa Francine Jordi und Jörg Pilawa bei der Generalprobe zum "Silvesterstadl" in der Stadthalle in Graz.
Der "Silvesterstadl" hatte diesmal eine besonders schwere Aufgabe zu bewältigen. Würde Jörg Pilawa gelingen, was seinem Vorgänger Alexander Mazza verwehrt war? Nämlich Andy Borg als Moderator der vom "Musikantenstadl" zur "Stadlshow" mutierten klassischen Volksmusiksendung zu ersetzen? Schon die Umbenennung klang damals eher nach einer Verlegenheitslösung als nach einem durchdachten Konzept. Und Andy Borg als Moderator abzulösen, war ohnehin eine krasse Fehlentscheidung.
 
Das konnte ja nur schiefgehen. Die Macher der Sendung hatten sich zur Silvesterausgabe allerdings einiges einfallen lassen. Schon die Bühnendekoration mit prasselndem Kaminfeuer hatte nichts mehr mit der Ikea-Optik von Mazzas Stadlshow gemein. Pilawa sauste auf Skiern in die Halle und zeigte eingespielt einen unfreiwilligen Ski-Stunt. In Sachen Musikauswahl ging die ARD erwartungsgemäß auf Nummer Sicher und setzte vor allem auf ein breites Angebot. Von Marschmusik über Hits von Abba aus den 70ern und der Neuen Deutschen Welle aus den 80ern, vertreten von der Spider Murphy Gang, bis zu Willy Astor dürfte für viele Zuschauer etwas Passendes dabei gewesen sein.

 
Keine Volksmusik-Sendung zu Silvester

 
Mit der Volks- und Schlagermusik aus dem ursprünglichen Konzept des "Musikantenstadl" hatte das natürlich nichts mehr zu tun. Schmissige Töne hatten Vorrang, was die Zuschauer bald in Stimmung brachte. Ein Höhepunkt war der Auftritt der Formation Drums2Streets: Die öffentlich-rechtlichen Sender sollten noch weit mehr Künstler mit so originellen Musik- und Show-Konzepten auf die Bühne holen. Pilawa zeigte gute Laune und routinierten Charme. Er moderierte den Stadl so lässig und locker, als habe er nie etwas anderes getan. An den Witz und die Schlagfertigkeit von Andy Borg reichte er dabei nicht ganz heran, weswegen anfangs die Stimmung etwas gezwungen wirkte.
 
Mitunter schien es, dass Pilawa trotz Selbstbewusstsein und Präsenz vor den überbordenden Show-Elementen ein wenig in den Hintergrund gedrängt wurde. Zusammen mit  Francine Jordi im aufreizend knappen Dress schaffte es Pilawa im Lauf der Sendung aber doch recht deutlich, den Funken überspringen zu lassen. Er moderierte nicht nur, sondern griff auch selbst zum Mikrophon, sang mit und machte sich damit zum Bestandteil der Show. Und schaffte es dabei, jene Ungezwungenheit und Authentizität auszustrahlen, an der es Alexander Mazza so mangelte.
 
Einige sentimentale Töne aus den Reihen der Zuschauer oder über einen erkrankten Fan der Amigos rundeten die Sache ab. Die Party war echt, die Stimmung ausgelassen und Fans wurde ordentlich was geboten. Auch wenn das mit Borg sicher noch besser funktioniert hätte – Pilawa hat einen guten Job geliefert.

Die Show noch einmal in dr ARD-Mediathek anschauen
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