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TV-Kritik: !Sketch History": Herrlich makaber

Auch die neueste Folge der fiesen Blödelsendung glänzt durch liebevollste Ausstattung und viele unerwartete Pointen. Sehenswert!
Der Duellmeister (Alexander Schubert, M.) verzweifelt fast an den Duellanten Heinrich Heine (Max Giermann, l.) und Salomon Strauß  (Carsten Strauch). Bild: ZDF und Kristof Galgoczi Nemeth Foto: Kristof Galgoczi Nemeth Der Duellmeister (Alexander Schubert, M.) verzweifelt fast an den Duellanten Heinrich Heine (Max Giermann, l.) und Salomon Strauß (Carsten Strauch). Bild: ZDF und Kristof Galgoczi Nemeth
Frankfurt. 

Mit gewohnter Besetzung und natürlich zu reichlich später Sendezeit: die „Sketch-History“ des ZDF. Die späte Sendezeit ist dem Inhalt der Witzsendung durchaus angemessen: Es dominieren überaus makabre Gags. Da will etwa Professor Sauerbruch vor seinen Studenten eine Operation durchführen lassen. Leider ausgerechnet von einem grenzdebilen Schnupperpraktikanten, der eine gewisse Ähnlichkeit zum Ygor aus James Whales "Frankenstein"-Film von 1931 aufweist.

Sendung verpasst? Hier ist der Link in die Mediathek

Klar, dass sowas nur schiefgehen kann. Wenn auch auf gänzlich unerwartete Weise, womit sich die Folge gleich mal einen wunderbaren Einstieg verschafft. Ähnlich prachtvoll kommt ein Sketch, der in den Dschungel Vietnams führt. Da dürfen ein paar amerikanische Gis in den Händen des Vietcongs Russisches Roulette spielen. Und natürlich verhehlt die Szene nicht, dass sie aus Michael Ciminos "Die durch die Hölle gehen" geklaut wurde.

Wilde Mischung, die funktioniert

"Sketch History" mixt unbekümmert Historisches und Pseudohistorisches mit Klamauk und Filmgeschichte durcheinander.  Wobei sich die Autoren oft gegenüber den Originalen recht witzige Abwandlungen einfallen lassen. Neben Klassikern der Filmgeschichte und Monthy Python  nimmt die Folge auch Anleihen bei damaligen Kultsendungen wie "Väter der Klamotte" aus den 1970ern – kennt die noch jemand? -  entsprechende Kommentare aus dem Off inklusive.

Wobei sich das Zweite die Sendung schon immer was hat kosten lassen: Ausstattung, Kostüme und Kulissen sind stets vom Allerfeinsten.  Die Mischung funktioniert auch durch die Schauspieler bestens: Routinierte Komödianten  wie Matthias Matschke – unter anderem als Sauerbruch zu sehen – Max Giermann, Holger Stockhaus und Paul Sedlmeir) verkörpern ihre Rollen sehr gekonnt mit groteskem Ernst oder auch einmal völlig unpassender Lässigkeit. 

Allzu feinsinnig ist das natürlich nicht, aber es funktioniert, und das oft sogar großartig. Sauerbruch- und Vietcong-Sketch sind besonders gelungen, aber auch der Ausklang mit Heinrich Heine (Max Giermann) im Duell mit Salomon Strauß  (Carsten Strauch) lässt keine Wünsche offen. Die Macher beweisen noch einmal, dass sie keinerlei Respekt haben. Und das ist auch gut so. 
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