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TV-Kritik: "Stärke 6": Explosiver Spannungsfilm

Von Der Krimi ist nicht perfekt, aber Fans sollten ihn wegen Claudia Michelsen und dem tollen Finale nicht verpassen.
In Todesgefahr: Mara Graf (Claudia Michelsen) und Hauptmann Scherrer (Pasquale Aleardi) auf den Spuren der versenkten Munition. Foto: (SWR-Pressestelle/Fotoredaktion) In Todesgefahr: Mara Graf (Claudia Michelsen) und Hauptmann Scherrer (Pasquale Aleardi) auf den Spuren der versenkten Munition.
Die erfahrene Geologin Mara Graf (Claudia Michelsen) und ihr Freund Gian Wyss (Lorenz Nufer) sollen nach einem Bergsturz im Vierwaldstättersee für den Eidgenössischen Erdbebendienst der Technischen Hochschule Untersuchungen durchführen. Dafür wollen Sie Messgeräte auf dem Grund des Sees verankern. Mara stellt auf dem See ein Problem an ihrer Pressluftflasche fest, aber Gian will nicht auf sie warten und taucht trotz ihres Widerstands alleine. Plötzlich erfasst eine Druckwelle das Boot der beiden.
 
Panisch zieht Mara Gian nach oben, aber sie kann ihn nur noch tot bergen. Hauptmann Sebastian Scherrer (Pasquale Aleardi, "Kommissar Dupin") von einer technischen Truppe hat den Vorfall teilweise beobachtet, was Mara in erhebliche Schwierigkeiten bringt: Es sah aus, als hätten die beiden Streit gehabt. Ihr droht eine Anklage wegen Totschlags. Nach Recherchen und bei einem weiteren Tauchgang findet sie viele Überreste von alte Munition.
 

Kriegsgranaten in Schweizer Seen

 
Von der weiß auch Scherrer, aber der behauptet, die Munition läge nicht am Ufer, sondern mitten im See in unerreichbarer Tiefe. Bei einer Explosion könnte die Munition einen Tsunami mit verheerenden Folgen anrichten. Scherrer sonst sehr wohlwollender Vorgesetzter Oberst Frick (Andreas Matti) versucht aus einem bestimmten Grund alles, um zu verhindern, dass Hinweise auf die Munition an die Öffentlichkeit gelangen. Er schreckt dabei vor nichts zurück.
 
Tatsächlich wurden in der Schweiz bis in die 1960er Jahre über 8000 Tonnen an Munition in die Schweizer Seen versenkt. Der Film baut aus diesem Hintergrund eine recht reizvolle Geschichte zusammen, die in ihrer Gewichtung aber mitunter recht uneinheitlich wirkt. Anfangs gerät Mara nach Gians Tod etwa zusätzlich zu ihrer Trauerarbeit und ihrer schwierigen Situation mit dessen Schwester Julia (Jessy Moravec) aneinander, die Mara ebenfalls einer Eifersuchtstat bezichtigt.
 

Schlecht umgesetzte Motive

 
Angedeutet wird einmal eine bemerkenswert enge Beziehung Julias zu Gian, aber ohne weitere Vertiefung. Dass sich Julia dann auf Maras Seite schlägt, lässt sich zwar nachvollziehen, aber Julia spielt am Ende des Films überhaupt keine Rolle mehr. Mit einem ähnlich schwachen Ergebnis setzt der Film auch ein weiteres reizvolles Spannungsmotiv um: Die Loyalität, die Scherrer Frick zu schulden meint, weil sein Vorgesetzter ihn in seiner Karriere über Jahre hinweg massiv gefördert hatte. Auch dieses Thema baut der Film nicht wirklich aus.
 
Was der Film ansonsten bietet, ist aber nicht schlecht. Da wäre eine überaus reizvolle Landschaft, spannende Unterwasserszenen und vor allem ein treffsicher konzipierter und gekonnt inszenierter Showdown. Unter den Schauspielern ragt besonders Claudia Michelsen heraus, die in ihrer Rolle als Partnerin eines jüngeren Mannes (Gian) unter ihrer beruflichen Professionalität auch eine kräftige Dosis emotionale Verwundbarkeit verkörpert.
 
Ähnlich gut macht sich Jessy Moravec. Pasquale Aleardi kann sich ihr gegenüber durch seine etwas zu eindimensional angelegte Rolle nicht wirklich freispielen, weil das Drehbuch den Loyalitätskonflikt Scherrers nicht ausbaut. Dafür gefällt Pierre Siegenthaler als bärbeißiger Detektiv mit einem leichten Schuss Arroganz. Auch wenn der Film unter seinen Möglichkeiten bleibt, fesselt er bis zum Ende.
 
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