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TV-Kritik: "Steirerkind": Alpenkrimi leidet an Längen

Von Vor einem Jahr konnte "Steirerblut" als Provinzkrimi durchweg überzeugen. Der Nachfolger tut sich dabei schon deutlich schwerer.
Sascha Bergmann (Hary Prinz) und seine Kollegin Sandra Mohr (Miriam Stein) müssen den Tod eines Top-Skitrainers aufklären. Foto: ARD Degeto/Allegro Film/Stefan Haring Sascha Bergmann (Hary Prinz) und seine Kollegin Sandra Mohr (Miriam Stein) müssen den Tod eines Top-Skitrainers aufklären.

Wenn es im Krimi um Gruppen mit speziellen Interessen geht, kann man davon ausgehen, dass hinter glanzvollen Kulissen oft um wilde Konkurrenzkämpfe geht. Da wird gemauschelt, betrogen, gemobbt, dass es nur so kracht. So gesehen im Kölner "Tatort"-Beitrag "Tanzmariechen" aus der Karnevalisten-Szene oder auch hier in der zweiten Verfilmung eines Romans von Claudia Rossbacher, der den Zuschauer mit hineinnimmt in die Spitzenklasse des österreichischen Skisports.

Der tote Karl Wintersperger (Rainer Wöss) war der Trainer des österreichischen Herrenskiteams. Sandra Mohr (Miriam Stein) und ihr Chef Sascha Bergmann (Hary Prinz) sollten zunächst sein spurloses Verschwinden aufklären. Doch dann findet sich seine Leiche unter den festgefahrenen Schneemassen auf der Piste. Nach einem Raubmord sieht es nicht aus. Eher nach einem Drama in der Mannschaft oder Winterspergers Familie.

Schöne Ansätze ohne Kraft

Der Trainer hatte ein Talent darin, sich Feinde zu machen. Er neigte zur Bigotterie und seinem Sohn wollte er eine Beziehung zu einer Tänzerin in einem Nachtclub verbieten. Außerdem war sein Bruder hoch bei ihm verschuldet. Es sieht nach einer Menge falscher Verdächtiger aus, und während die Ermittler sich die näher anschauen, glimmt im Verborgenen schon die nächste Lunte: Ein Umweltaktivist plant während des Rennens eine spektakuläre Aktion.

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Klingt eigentlich nach einem soliden Krimi, wobei die Skiszenen mal wieder kräftig Lust auf einen Winterurlaub machen. Der Herbst hätte sich deswegen als Sendeplatz besser geeignet als der Frühling. Allerdings kann "Steirerkind" mit dem Erstling "Steirerblut" nicht ganz mithalten. Der Erstling konzentrierte sich frühzeitig auf ein Dorf und die dortigen Verbindungen. Dass Sandra Mohr damals persönlich in den Fall involviert war, gab der Geschichte zudem eine pikante Note.

Mangel an Tempo

Der Nachfolger schlägt im Vergleich dazu ein deutlich gemächlicheres Tempo an. Es dauert deswegen, bis die Geschichte halbwegs Fahrt aufnimmt. Da müssen sich Mohr und Bergmann erstmal ein Zimmer organisieren und Bergmann braucht zusätzlich passende Klamotten für die kalte Jahreszeit. Solche Szenen sollen vermutlich die Geschichte ein wenig auflockern, nehmen aber zu viel Raum ein.

Es fehlt auch an ausgewogenen Zwischentönen bei dem Mordopfer. Der Trainer zeigt sich vor allem als cholerischer Widerling. Gegen Ende nimmt die Geschichte an Dichte zu und sogar die Gags funktionieren: Schön, wenn Bergmann seinen mit dem Umweltaktivisten verbündeten Sohn heraushauen will und sich herausstellt, dass er dessen Vater gegenübersteht. Leider nimmt der Plot umgehend wieder das Tempo raus.

Am Ende kommt kaum mehr als ein bräsiger Berg-Krimi dabei heraus. Und dass Sandra Mohr während wichtiger Ermittlungen noch Zeit hat, mit einem noch sehr jungen Kerl anzubandeln, passt auch nicht zum Bild einer halbwegs professionell agierenden Polizistin.

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