Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 20°C
2 Kommentare

TV-Kritik: "Steuern für die Katz": Was bringt eine Katzensteuer?

Von Millionen freilaufender Katzen entwickeln sich zur Plage und zur Gefahr für die Vogelwelt. Befürworter und Gegner einer Katzensteuer kommen ausführlich zu Wort.
Millionen Katzen müssen in freier Wildbahn überleben. Sie werden dabei für unzählige Vögel zur tödlichen Bedrohung. Foto: Birgit Tanner/SPIEGEL TV Millionen Katzen müssen in freier Wildbahn überleben. Sie werden dabei für unzählige Vögel zur tödlichen Bedrohung.

Sie sind süß, niedlich, unwiderstehlich: Katzen sind weltweit längst über den Status des reinen Nutztiers hinausgewachsen. Die maunzenden  Fellknäuel werden auf Youtube millionenfach geklickt und erobern sich selbst viele ihre Gegner mit Kindchen-Schema und kraftvoller Anmut. In Deutschland sind die Stubentiger längst die erfolgreichsten Haustiere überhaupt: Über 13 Millionen der possierlichen Tiere leben mittlerweile in hiesigen Haushalten.
 
Eine Zahl, die für Kontroversen sorgt. Hinter den schnurrenden Schönheiten steckt auch ein Raubtier und hocheffizienter Jäger, dem Jahr für Jahr Millionen Vögel zum Opfer fallen. Besonders freilaufende Tiere entwickeln sich zur tödlichen Gefahr für ohnehin schon bedrohte Arten. Was Jäger und Naturschützer auf die Palme bringt: Eine Katzensteuer soll helfen, das Problem der Streuner in den Griff zu bekommen.

Erst die Katzensteuer, dann die Rattenplage

In der Vergangenheit waren Versuche, eine Katzensteuer einzuführen, regelmäßig zum Scheitern verurteilt. Während des Ersten Weltkriegs erhob etwa Blasewitz, ein Stadtteil von Dresden – nicht die ganze Stadt, wie die Reportage behauptet – eine solche Steuer "Als Maßnahme im Kampf gegen unerwünschte Mitesser in Notzeiten des Krieges". Als daraufhin die Zahl der Mäuse und Ratten sprunghaft anstieg, war die Steuer schnell wieder Geschichte. Die Arte-Reportage hat sich des Themas angenommen.
 
Sie stellt Sabine Hallmann vor, eine Pferdezüchterin, die Futtermittel wie Hafer für ihre Tiere auf ihrem Hof lagert. Ohne ihre zehn Katzen wäre sie völlig hilflos gegenüber einer Ratten- und Mäuseplage, die ihr schon in der Vergangenheit  das Leben schwermachte. "Es war also richtig, richtig widerlich!" Erst durch die Katzen gelang es ihr, das Problem in den Griff zu bekommen. Dementsprechend sieht sie die Katzensteuer natürlich auch skeptisch.

Anders als der Hund: Eine Katze ist keine Waffe

Ihre Argumente klingen nachvollziehbar, wenn man weiß, dass durch die Hundesteuer auch verhindert werden soll, gefährliche Rassen wie Kampfhunde in die Hände verantwortungsloser Halter gelangen zu lassen. Eine Katze kann aufgrund ihres völlig anderen Wesens, wie sie richtig feststellt, auch nicht als Waffe eingesetzt werden. Katzen sind durch Menschen im Gegensatz zu Hunden nur in sehr geringem Maß steuerbar.
 
Probleme verursachen Katzen aber auch auf andere Weise als nur durch die Jagd. So auf einem Kinderspielplatz, wo sie ihren Kot in dem weichen Sand in einem Sandkasten ablegen. Das Ehepaar Körber, das den Kinderspielplatz zusammen mit Enkel Jonathan aufsucht, weiß ein Lied davon zu singen und gräbt auch umgehend ein Stück Kot aus. Ihren Enkel, der wie die meisten Kinder in diesem Alter ahnungslos und neugierig alles anfasst, müssen sie darum streng überwachen. Auch Jonathans Mutter Nathalie weiß um das Problem.

Macht die Katzensteuer alles noch schlimmer?

Natalie sieht in der Katzensteuer die einzige Lösung für dieses Problem. Eine Katzenfreundin fürchtet dagegen, dass durch die Katzensteuer noch mehr Tiere ausgesetzt würden und darum die Zahl der Streuner erst Recht explodieren könnte. Eine durchaus nachvollziehbare Argumentation. Die Sendung lässt Katzenfans ebenso zu Wort kommen wie Vogelfreunde und beleuchtet das Für und Wider von allen Seiten.
 
Eine einfache Lösung, so stellt die Sendung klar, gibt es allerdings nicht. Eindrucksvoll ist dabei, wie ausgewogen und neutral der Beitrag das Thema hier aufbereitet  und wie nachdrücklich er an das Verantwortungsgefühl von Haltern appelliert. Eine Reportage, wie sie sein sollte.

Die haben die Doku verpasst? Kein Problem: Hier können Sie sie ansehen!

Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse