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TV-Kritik: Tatort: Im Pott wehte ein Hauch vom alten Rom

Von Knallharte Wettkämpfe wie im antiken Rom und ein Team, das sich endlich mal vor allem um den Fall kümmert: Der neue Mann im Team scheint dem "Tatort" aus dem Ruhrpott gut zu tun.
ARD/WDR TATORT: TOD UND SPIELE, Regie: Maris Pfeiffer, Autor: Wolfgang Stauch, am Sonntag (07.10.18) um 20:15 Uhr im ERSTEN.
Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon, l) im Undercover-Einsatz mit seinem Kampfsport-Trainer Abuzar Zaurayev-Schmidt (Surho Sugaipov) im Boxring.
© WDR/Thomas Kost, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter WDR-Sendung bei Nennung "Bild: WDR/Thomas Kost" (S2+). WDR Presse und Information/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildredaktion@wdr.de Foto: (WDR Presse und Information/Redak) ARD/WDR TATORT: TOD UND SPIELE, Regie: Maris Pfeiffer, Autor: Wolfgang Stauch, am Sonntag (07.10.18) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon, l) im Undercover-Einsatz mit seinem Kampfsport-Trainer Abuzar Zaurayev-Schmidt (Surho Sugaipov) im Boxring. © WDR/Thomas Kost, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter WDR-Sendung bei Nennung "Bild: WDR/Thomas Kost" (S2+). WDR Presse und Information/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildredaktion@wdr.de

Mehr als andere „Tatort“-Reihen litten die Beiträge aus Dortmund oft unter den ständigen Querelen der Ermittler. Der Chef  Peter Faber (Jörg Hartmann) ein Kotzbrocken, und sein Team vor allem damit beschäftigt, sich selbst zu zerlegen. Oft waren Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Daley (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske) mehr mit sich selbst beschäftigt als mit der Jagd nach Verbrechern. In einigen Fällen wie "Zahltag" geriet der eigentliche Fall gänzlich zur Nebensache.
 

Kein Wunder, dass Kossik da nach der zehnten Episode „Sturm“ das Handtuch warf. Für ihn stieß in der letzten Episode „Tollwut“ Jan Pawlak zum Team. Sein Darsteller Rick Okon dürfte „Tatort“-Fans noch aus der Kölner Episode „Kartenhaus“, einem Höhepunkt der Krimi-Reihe, als tragischer Mörder bekannt sein. Die Macher haben den Neuen im Team auch gleich genutzt, den Umgang innerhalb des Teams neu zu gestalten und zu entschärfen, ohne deswegen mit den vorherigen Geschichten zu brechen.  

Ein Zeuge, der nicht redet

Es beginnt mit dem Fund von verkohlten Leichenresten und einem Schlüssel. Der wiederum führt Faber und Bönisch zu einem Zimmer in einem Hotel. Und dort finden sie einen verschüchterten und ausgehungerten Jungen unter dem Bett versteckt.  Die Fahnder schaffen es ebenso wenig wie ein Übersetzer, den Jungen zum Reden zu bringen: ein möglicher Zeuge, der der Polizei nicht weiterhilft. Dafür bringt eine Obduktion des Toten zahlreiche Verletzungen und eine Vergangenheit als Kampfsportler ans Licht.

Martina Bönisch quartiert sich in dem Hotel ein, wo der Junge gefunden wurde. Und wo sie sich früher gelegentlich mit Callboys getroffen hatte. Sie kommt dort mit Oleg Kombarow (Samuel Finzi) ins Gespräch, einem schwerreichen Russen. Während sich Faber und Pawlak in einer Kampfsportschule anmelden, bringt Kombarow Bönisch nicht nur der Lösung des Falles näher, sondern weckt - obwohl er in die illegalen Kämpfe verwickelt sein könnte - auch ihr privates Interesse. 

Was die Glaubwürdigkeit stört

Letzteres gereicht dem Dortmunder Krimi allerdings nicht gerade zum Vorteil. Bönischs unprofessionelles Verhalten stört empfindlich die Glaubwürdigkeit, nachdem sie in „Tollwut“ einem mit dieser Krankheit infizierten (!) Arzt sogar noch einen „Mitleidsfick“ gewährte. Auch die Verbindung des Jungen zu Kombarow sowie die Auflösung können nicht sonderlich überzeugen.

Vor allem kommt Hotel-Rezeptionistin Stefanie Kogler samt ihrer Darstellerin Victoria Mayer viel zu kurz. Positiv fällt dagegen auf, dass sich der Ton innerhalb des Teams im Vergleich zu vorherigen Episoden deutlich gemäßigter und kollegialer anhört. Die pointierten Dialoge mit feinem Witz an vielen Stellen sind dabei ein großer Pluspunkt, und dass Faber eine fürsorgliche Seite offenbaren darf, lässt ihn professioneller wirken.

Viel Härte für einen "Tatort"

Einige spannende Szenen – etwa als Pawlak mit der Hand an der Waffe einen Verdächtigen observiert – halten das Interesse am Fall gemessen an den Mängeln im Detail ganz gut wach. Und Regisseurin Maris Pfeiffer gibt der Sache ebenfalls immer wieder ordentlich Pfeffer: Trotz der nicht immer schlüssig entwickelten Geschichte um die illegalen Kampfwetten hat sie die Kampf- und Trainingsszenen selbst mit beachtlicher Härte inszeniert. 

 

 

Das bringt Dichte und schön atmosphärische Bilder, die - wie auch der Titel schon andeutet - an römische Gladiatorenkämpfe denken lassen. Zusammen mit der zügigen Erzählweise bietet "Tod und Spiele" deswegen einen recht soliden Sonntagabend-Krimi. Und wenn die Dortmunder jetzt zu einem richtigen Kriminaler-Team zusammenwachsen dürfen, könnte das in Zukunft auch noch besser funktionieren. 

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