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TV-Kritik: Tatort "Virus": Richtig schön dramatisch

Von Der sonst eher gemütliche "Tatort" aus Wien gerät hier im Saison-Auftakt zum knalligen Katastrophen-Thriller.
Gerichtsmediziner Kreindl (Günter Franzmeier) mit Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Gerichtsmediziner Kreindl (Günter Franzmeier) mit Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser).

In diesem "Tatort" gehen viele Szenen unter die Haut. Leichen, von einem tödlichen Virus gezeichnet. Ärzte, die unter ihrer Arbeit zusammenbrechen. Und Szenen von Panik in der ländlichen österreichischen Idylle, ausgelöst durch das Schreckenswort Ebola. Aber angefangen hat es mit einem toten Afrikaner, der in einem Steinbruch halb unter Gesteinsbrocken begraben gefunden wird.
 
Hat er etwas mit den Asylbewerbern aus Afrika zu tun, die ganz in der Nähe untergekommen sind und von dem idealistischen Dr. Albert Reuss  (Andreas Kiendl) betreut werden? Die ermittelnden Beamten Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine Kollegin Majorin Bibi Fellner– Adele Neuhauser) stehen vor einem Rätsel. Es sieht so aus, als sollte der Tote durch eine Sprengung unter Tonnen von Gestein begraben werden.

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Doch wer hatte Interesse daran, und warum? Als nach rund der Hälfte der Laufzeit klar wird, dass der Tote mit einem mörderischen Virus infiziert war, wandelt sich der Krimi umgehend zu einem Katastrophenszenario ersten Ranges. Und wie schon im Knaller "Fegefeuer" wundert man sich nur noch, was eine gute Regie hier aus dem vergleichsweise kleinen Budget alles herausholt. Hier saß Barbara Eder auf dem Regiestuhl. Ein Name, den man sich merken muss: Sie hat mit "Virus" einen glänzenden Einstand geliefert.
 
Eder kann Action, und wie: Sie hat den Panik-Szenen und gegen Ende einem Zweikampf Eisners eine faszinierende Wucht verliehen und auch aus den Schauspielern alles herausgeholt. Besonders Markus Schleinzer als Virologe Dr. Klaus Rottensteiner prägt sich ein. Erstklassig ebenso die dramatische Musik von Roman Kariolou und Johannes Ratheiser, die das Geschehen noch einmal wirkungsvoll unterstreicht.
 

Drehbuch mit Schwächen

 
Leider kann das Drehbuch mit dieser Klasse des Teams hinter der Kamera nicht ganz mithalten. Es sind aber eher Details, die stören: Besonders der tote Dr. Kamil Daouda Maka kommt als die Person, die überhaupt erst die Handlung auslöst, erheblich zu kurz. Die Motivation des Arztes erscheint ziemlich mühsam konstruiert.  David Wurawa hätte seiner Rolle mit mehr Szenen zudem noch wesentlich stärkeres Profil verleihen können.
 
Dennoch gelang den Wienern ein besonders für Wiener Verhältnisse schön knalliger Einstand, in dem trotz des ernsten Themas auch eine kleine Prise passend makabren Humors nicht fehlt. Und von Barbara Eder wünscht man sich möglichst bald weitere "Tatort"-Beiträge.
 
 
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