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TV-Kritik: "Terra X – Abenteuer Südsee": Vom Vulkan zum Plastikmüll

Von Kein Höhepunkt der ZDF-Reihe: Was eine Rundreise durch die Südsee werden sollte, entwickelte sich schnell zu einem planlosen Wust.
Der Vulkanologe Andreas Pflitsch hat auf Hawaii ein ideales Forschungsgelände gefunden. Nirgendwo sonst kommen Forscher glühender Lava näher als hier. Foto: ZDF/Kay Siering Der Vulkanologe Andreas Pflitsch hat auf Hawaii ein ideales Forschungsgelände gefunden. Nirgendwo sonst kommen Forscher glühender Lava näher als hier.
Abenteuerliche Landschaften sind immer auch Sehnsuchtsgebiete. Natürlich gilt das auch für die Südsee, genauer gesagt den Südpazifik mit seinen vielen Inselgruppen und Vulkanen im Pazifischen Feuergürtel, der sich bis über die Westküste Nord- und Südamerikas erstreckt. Grünblau schimmerndes Meer, wogende Palmen und goldgelbe Strände haben Forscher, Literaten wie Jack London oder Maler wie Paul Gauguin über Jahrhunderte hinweg fasziniert.
 
Genau das Richtige für die "Terra X" also. Schließlich gilt die Sendereihe des ZDF für abenteuerliche Themen schon immer als Gütezeichen. Die Folge bewältigte ein extrem umfangreiches Programm. Mit dem Geologen Andreas Pflitsch ging es in Vulkanlandschaften und die mit fünfundsechzig Kilometern längste Lavaröhre der Welt: die Kazamura Höhle. Anschließend mit dem Unterwasserarchäologen Florian Huber zu einer im Zweiten Weltkrieg vernichteten japanischen Flotte in der Lagune von Chuuk in Mikronesien.

Kaum echte Information zu einzelnen Themen

Es schlossen sich an: eine Reise zum Volk der Eipo in Westneuguinea, ein weiterer Tauchgang, diesmal zu Manta-Rochen vor den Fidschi-Inseln und am Ende noch Eindrücke aus der Ruinenstadt Nan Madol im Archipel der Karolinen. Eine ungeheure Fülle von Themen also, deren Darstellung durch die vergleichsweise kurze Laufzeit von fünfundvierzig Minuten entsprechend oberflächlich geriet.

Hier geht's zur ganzen Folge

 
So recht überzeugen konnte das Gebotene deswegen nicht. So nannte der Sprecher etwa die Seefahrer Ferdinand Magellan – getötet im Jahr 1521 auf den Philippinen - und James Cook nahezu in einem Atemzug. Cook habe viele Jahre später die Südsee auf der Suche nach einem Südkontinent durchkreuzt. Was sprach hier dagegen, zur Orientierung ebenfalls eine Jahreszahl zu nennen? Schließlich fanden die Reisen von Magellan und Cook in einem Abstand von rund 250 Jahren statt.

Am Ende ein einziges Chaos

Der Eindruck der planlosen Zusammenstellung möglichst vieler und unterschiedlicher einzelner Sachgebiete wurde mit fortschreitender Dauer der Sendung immer stärker. Geologie und Geographie, Geschichte, Archäologie unter und über Wasser, Flora und Fauna und am Rand noch Umweltschäden durch US-Atombombenversuche und Plastikmüll wechselten sich in einem wilden Durcheinander ab.
 
Eine historische Persönlichkeit wie der Naturforscher Georg Forster blieb nur nebenbei im Gedächtnis hängen. Zu mehr als weitere Neugier auf einzelne Teilgebiete zu wecken taugte die Sendung deswegen kaum. Für das Tohuwabohu entschädigten aber immerhin die exotischen Eindrücke.
 
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