Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 13°C

TV-Kritik: "Terra X - Der Rhein (1)": Von der Urzeit zum Industriezeitalter

Der erste Teil des "Terra X"-Zweiteilers umfasst eine gewaltige historische Epoche. Doch wie gut macht er das?
Die Jäger der Eiszeit bejagten ihre Beutetiere bereits mit Pfeil und Boden. Es waren die ersten modernen Menschen am Rhein. Foto: Bilderfest GmbH Die Jäger der Eiszeit bejagten ihre Beutetiere bereits mit Pfeil und Boden. Es waren die ersten modernen Menschen am Rhein.
Die Römer nannten ihn den "Vater aller Flüsse". An seinen Ufern prallten Römer und Germanen aufeinander, entstanden ganze Industrien, bedeutende Kulturlandschaften und Mythen wie der versenkte Goldschatz der Nibelungen: Der Rhein spielte nicht nur als Handelsstraße, sondern auch als romantischer Sehnsuchtsort eine bedeutende Rolle. Er erstreckt sich von den Alpen bis zur Nordsee und es stellt ein ehrgeiziges Vorhaben dar, innerhalb von knapp 45 Minuten die Geschichte dieses Flusses von seiner Urzeit in tropischer Vegetation bis zum Beginn des Industriezeitalters nachzuerzählen.
 
Die erste Folge "Von Vulkanen und Riesenflößen" beleuchtet dabei intensiv auch sehr frühe Epochen vor Millionen Jahren, als es am Rhein durch hohe Temperaturen und üppige Niederschläge noch exotische Tiere wie Krokodile, Tapire und das Dinotherium gab: Eine frühe Elefantenart, die an Größe selbst die heutigen afrikanischen Elefanten übertraf. Fossilienfunde belegen ausführlich ihre Existenz und erlauben Rückschlüsse auf das Alter des Rheins. Seinen heutigen Verlauf erhielt der Fluss aber erst mit der letzten Eiszeit.
 
Wie der moderne Mensch an den Rhein kam
 
Erste Anzeichen von Ansiedlungen moderner Menschen am Rhein lassen sich auf die Zeit der jungsteinzeitlichen Federmesser-Kultur zurückdatieren, die vor etwa 14.000 Jahren begann. Knochenfunde aus dem Jahr 1914 lassen dabei Rückschlüsse auf Lebensweise von der Ernährung bis zum Glauben an ein Leben nach dem Tod zu: So bestand höchstwahrscheinlich schon eine emotionale Bindung an gezähmte Hunde. Gegessen wurde viel Fleisch - es handelte sich um eine Jäger-Kultur - aber auch Fisch und pflanzliche Nahrungsmittel.
 
Mit großen Schritten leitet die Dokumentation dann auf die Zeit der Germanen, Kelten und Römer über. Wie in der Sendereihe üblich, vermitteln aufwändig nachgestellte Szenen mit marschierenden Legionen und Kampfszenen einen anschaulichen Eindruck historischer Epochen. Dennoch macht sich die anhand der langen Epoche kurze Laufzeit bemerkbar: So benennt die Folge weder einen römischen Kaiser noch eine Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen namentlich.
 
Gerafft und dennoch detailreich
 
Eine verzeihliche Schwäche: Vermutlich gehen die Macher mit Recht davon aus, dass Fans der Reihe ohnehin mit historischen Begriffen wie Kaiser Augustus oder der Schlacht im Teuteburger Wald etwas anfangen können. In geraffter, aber dennoch detailreicher Form geht es dann weiter über das Mittelalter, die Entstehung des Kohlenpotts oder die Riesenflöße aus Zeit des Holzhandels mit Holland. Großen Einfluss hatte diese Epoche auf eines der berühmtesten Märchen von Wilhelm Hauff: "Das kalte Herz" (den die Dokumentation allerdings nicht erwähnt).
 
Die Kommentare von Historikern über frühere Epochen verbanden sich geschickt mit den nachgestellten Szenen, Computersimulationen oder Sequenzen aus Fritz Langs "Nibelungen"-Stummfilm von 1924. Einen kleinen Tadel gibt es dennoch anzubringen: Wenn man schon eine historische Persönlichkeit wie Franz Haniel erwähnt, wäre es nicht schlecht, auch seine Lebensdaten (1779 - 1868) zu erwähnen.

Die Sendung in der Mediathek
 

 
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse