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TV-Kritik: "Terra X – Die Wellenbrecher": Unpassend scherzhaft

Von Das Thema an sich war spannend. Aber warum mussten sich hier ein bekannter Physiker und ein Journalist als Blödel-Paar betätigen?
Professor und Abenteurer: Harald Lesch und Dirk Steffens als Ermittlerteam in Sachen Wissenschaft. Foto: Tobias Schultes Professor und Abenteurer: Harald Lesch und Dirk Steffens als Ermittlerteam in Sachen Wissenschaft.
Ihre Folgen sind oft entsetzlich: Monsterwellen töteten im März 2011 in Japan rund 18.000 Menschen. Sieben Jahre zuvor im indopazifischen Raum starben rund 230.000 Menschen durch ein Seebeben vor Sumatra. Ein ernstes und dramatisches Thema also, das sich hier durch den Physiker Harald Lesch  und den Journalist Dirk Steffens in Richtung Humor gedreht präsentierte.
 
Ihre inszenierten Scherze und Kabbeleien verliehen der Sendung angesichts des Inhalts öfters einen unpassenden Ton. Monsterwellen, Seebeben und Tsunamis haben auch früher schon verheerende Spuren hinterlassen. So könnte am Ende der Eiszeit eine Sturmflut Doggerland verschlungen haben: So hieß einst die Landmasse zwischen England und Kontinentaleuropa, die damals von frühzeitlichen Jägern und Fischern bewohnt war.
 

Lag das Atlantis-Vorbild auf Kreta?

 
Im Mittelmeer besteht eine mögliche Verbindung zwischen einem Ausbruch eines Vulkans auf Santorin und dem Untergang der minoischen Kultur auf Kreta. An solchen Stellen zeigt die "Terra X"-Ausgabe faszinierende Querverbindungen der Naturkatastrophen zur griechischen Mythologie nach. Spuren davon finden sich etwa in der Odyssee, aber auch – was die Sendung nicht nennt – in der Argonauten-Sage und sogar möglicherweise in den zehn Plagen Ägyptens im Alten Testament.

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Die Auseinandersetzungen zwischen Lesch und Steffens nehmen aber immer wieder zu viel Raum in der Sendung ein. Viel lieber hätte der natur- und geschichtswissenschaftliche Zuschauer noch weit mehr Details über Vulkan-Aktivitäten im Mittelmeer gehabt. So gilt der Ausbruch des Unterwasservulkans Kolumbos im Jahr 1649, den die Sendung nur nebenher erwähnt, als die stärkste Eruption im Mittelmeer innerhalb der letzten 1000 Jahre.
 

Ziegen als Katastrophen-Warner

 
Ihre Folgen waren mindestens 50 Tote und schwere Schäden an der Landwirtschaft der Region. Um Vulkanausbrüche rechtzeitig voraussagen zu können, haben Wissenschaftler ungewöhnliche Ideen entwickelt: So die Beobachtung von Ziegenherden, die vor Eruptionen oft ihr Wanderverhalten ändern. Die Tiere könnten schwefelhaltige Ausdünstungen wahrnehmen und darauf reagieren.
 
Nur kurz kamen Lesch und Steffens gegen Ende der Sendung auf die im Titel genannten Wellenbrecher zu sprechen: Auch über deren Funktionsweise hätte man gerne mehr erfahren. Am Ende zeigte sich "Die Wellenbrecher" als Beitrag, der durch seine scherzhafte Aufbereitung wohl vor allem jüngere Zuschauer ansprechen sollte.
 
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