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TV-Kritik: "Totentanz": Tango ohne Feuer

Von Die Episode aus der Reihe "Der Kriminalist" zeigt Parallelen zu einem "Tatort" aus München. Vom Hocker reißen kann die Geschichte aber nicht.
Nach dem Mord an Agnes Cevera (Mabel Elena Rivero, M.) tauchen Schumann (Christian Berkel, r.) und seine Kollegin Kleinefeldt (Johanna Polley, l.) ein in eine zwielichtige Welt. Bild: ZDF und Oliver Feist Foto: Oliver Feist Nach dem Mord an Agnes Cevera (Mabel Elena Rivero, M.) tauchen Schumann (Christian Berkel, r.) und seine Kollegin Kleinefeldt (Johanna Polley, l.) ein in eine zwielichtige Welt. Bild: ZDF und Oliver Feist

Tango hatte schon immer diesen zwielichtigen Ruf: George Bernhard Shaw bezeichnete den Tanz als vertikalen Ausdruck eines horizontalen Verlangens. Dementsprechend geht es in "Totentanz" auch um eine ermordete argentinische Tango-Tänzerin namens Agnes Cevera. Mabel Elena Rivero heißt die Frau, die sie spielt und nebenbei auch ihr hervorragendes Können demonstriert: Die Tanzpädagogin und Choreographin gibt auch Unterricht im Tango Argentino.

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Kriminalist Bruno Schumann (Christian Berkel) geht mit seinem Team auf Spurensuche und findet heraus, dass Agnes Cevera im Club von Frank Borsig (Oli Bigalke) ermordet worden ist, einem polizeibekannten Zuhälter. Auch Agnes' Tanzpartner Anatol Levin (Michael Ihnow) hatte schon mit der Polizei zu tun. Ist Borsig seinem alten Gewerbe treu geblieben und hatte er vor, die rassige Latina als Edelprostituierte an wohlhabende Kunden zu vermitteln?

Staatsanwalt statt Wiesnwirt

Besonders hatte Agnes Cevera offenbar dem Berliner Oberstaatsanwalt Rainer Bürkle (Götz Schubert) den Kopf verdreht. Die Geschichte versucht, ähnlich dem Münchner "Tatort"-Krimi "Am Ende des Flurs" eine schillernde Erotik-Geschichte zu erzählen. Auch dort geht es um die Aufdeckung eines Mordes an einer Prostituierten, die auch einen Kunden aus höchsten Kreisen hatte. Statt eines Oberstaatsanwalts gibt es im "Tatort" einen bekannten Brauereibesitzer und Wiesnwirt, gespielt von Franz Xaver Kroetz.

Wirklich funktionieren will der Neuaufguss aber nicht. Das zentrale Motiv der Geschichte - ein Mann aus bürgerlichem Milieu, der einer Frau aus der Halbwelt verfällt -  wurde schon deutlich facettenreicher und glaubwürdiger gestaltet. Der Film arbeitet sich recht lustlos daran ab: Weder Drehbuch noch Regie lassen besondere Lust erkennen, aus dem Plot wenigstens ein paar Szenen zu konstruieren, die wirklich berühren.

Lustlose Routine

Entsprechend hingeschludert wirkt das Ergebnis. Die wenig zusammenhängende Erzählweise,  Polizisten, die bestens gelaunt herumblödeln, während sie einem Verdächtigen hinterherfahren oder eine für Neueinsteiger nur schwer zu durchschauende Nebenhandlung mit einer Privatgeschichte  von Kommissar Schumann verdeutlichen schnell, dass sich der inhaltliche und gestalterische Ehrgeiz sehr in Grenzen hielt.

Seinem reißerischen Titel "Totentanz" wird der Krimi deswegen kaum gerecht. Die Auswertung von Spuren spielt auch nur eine geringe Rolle, der Täter verrät sich ziemlich früh. Als Freitagabend-Krimi hat das ZDF schon bedeutend Besseres präsentiert. Nur Götz Schubert in der Rolle des Staatsanwalts lohnt halbwegs das Ansehen.

 

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