Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 26°C

TV-Kritik: "Treibjagd im Dorf": Kraftvoller Alpen-Western

Ein versehentlicher Schuss und seine verhängnisvollen Folgen: In diesem Bergdrama ist die Atmosphäre zum Schneiden dicht.
Erna (Franziska Walser) ist so wütend auf Antons Sohn  Franz (Max von Thun) das sie zum Gewehr greift und ihm droht. Foto: ZDF und Andrea Mayer-Rinner Erna (Franziska Walser) ist so wütend auf Antons Sohn Franz (Max von Thun) das sie zum Gewehr greift und ihm droht.
Bergdramen eignen sich nicht nur für den Freitagabend in der ARD, sondern auch bestens als Varianten des beliebten Montagskrimis im ZDF. Und zudem als Stoff für Fernsehreihen: Mit "Die Fremde und das Dorf" startete das ZDF vor drei Jahren eine ambitionierte Reihe um den von August Schmölzer als eindrucksvollen Negativcharakter gespielten Bauer Anton: einen sturen und brutalen, dabei aber immer ambivalent gezeichneten Patriarchen.
 
Nicht zuletzt der Verzicht auf einseitige Schwarz-Weiß-Malerei und die glaubwürdigen Figuren sicherten der Reihe das Wohlwollen der Zuschauer, weswegen nach dem Erstling und dessen Fortsetzung "Ein Geheimnis im Dorf – Schwester und Bruder" nun mit "Treibjagd im Dorf" endlich der dritte Teil vorliegt. In dem aber mit Anton ausgerechnet die bisherige Hauptfigur stirbt.
 

Ein Sohn als Vatermörder?

 
Im Vergleich zum zweiten Teil zeigt sich "Treibjagd im Dorf" deutlich simpler, aber auch effizienter angelegt. Anton will seinem geliebten Enkel Franzi (Enzo Gaier) das Schießen beibringen, doch der trifft versehentlich seinen Großvater und rennt beim Anblick des Bewusstlosen  panisch weg. Als Anton gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert wird, kommt es zu einem folgenschweren Missverständnis: Auf die Frage nach dem Täter deutet er anscheinend auf seinen Sohn Franz (Max von Thun), mit dem er in stetem Streit lebte.

Film verpasst? Hier geht es zur Mediathek
 
Antons Gefährtin Erna (Franziska Walser) verbreitet daraufhin das Gerücht im Dorf, dass Franz der Todesschütze wäre. Sehr schnell sieht sich Franz bohrenden Blicken und Fragen ausgesetzt. Sein Sohn Franzi, der seinen Großvater im Krankenhaus sterben sieht, schweigt aus Scham über das, was geschehen ist. Auch Antons anderer Sohn Josef (Manuel Rubey), der das Dorf einst mit einer anderen Frau verlassen hat, glaubt nicht an die Unschuld seines Bruders.
 

Finale mit Gewehr

 
Das geschickt eingefädelte Kesseltreiben gegen Franz sorgt bis zum Ende für beachtliche Spannung. Der Showdown mit angelegter Waffe frischt auch die Westernmotive wieder auf, die schon den ersten Teil geprägt haben. Zu der effektvollen Handlung gesellen sich stark gespielte Charaktere, die sich auf glaubwürdige Weise weiterentwickelt haben: So kommt Antons Sohn Josef wieder zurück, aber um viele Illusionen ärmer.
 
Der sensible Künstler hat einst mit einer Frau das Dorf verlassen, um seiner Berufung nachzugeben. Aber weder hat seine Ehe gehalten noch konnte er als Künstler Karriere machen. Ähnlich verhält es sich mit seinem Bruder Franz: Der wollte zwar stets seinen sturen Vater dazu überreden, seinen heruntergekommenen Hof umzubauen und zu modernisieren. Aber als Geschäftsmann hat auch er nur Pleiten hingelegt.
 

Späte Vaterschaft
 

Kein glückliches Ende und keine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung also. Und damit beste Voraussetzungen für weitere Fortsetzungen. Zwar müssen die auf die tolle schauspielerische Präsenz von August Schmölzer verzichten, was es für die Mainzer nicht gerade einfacher macht, eine gute Geschichte zu entwickeln. Aber immerhin hat der alte Anton seiner Familie mit einem Baby noch ein richtig schweres Erbe hinterlassen.
 
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse