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TV-Kritik: "Trucker Babes": Hände weg vom Handy am Steuer!

Von Die Doku-Soap über fünf LKW-Fahrerinnen zeigte sich als spannende Abenteuer-Reportage. Manche Details störten aber empfindlich.
Symbolbild Foto: imago stock&people Symbolbild
LKW-Fahren als typischer Männerberuf? Nicht für Annette, Lissy, Katrin, Cindy und die burschikose Jana. Die fünf Frauen sind 30 bis 50 Jahre alt und lenken schwere Trucks mit bis zu 730 PS. Ein Beruf, der auch Männer mitunter bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt: Da ist die häufige Abwesenheit von daheim, die Trennung von der Familie oder der unglaubliche Termindruck bei vorgeschriebenen Ruhezeiten.
 
Erhebliche Probleme können sich auch durch unterschiedliche Ladungen ergeben: Die Truckerin Cindy wird "Das Cowgirl" genannt, weil sie am liebsten Rinder fährt. Doch diesmal hat sie Schweine geladen, die sich deutlich nervöser verhalten und damit spürbare Unruhe im Verhalten des Hängers auslösen. Aber die Frau mit dem hörbaren sächsischen Akzent hat auch dafür Routine. Seit elf Jahren hat sie den LKW-Führerschein und fährt schwere Fracht unterschiedlichster Art.
 

Durchdachte Erzählstruktur

 
Die Reportage begleitete das Fahrerinnen-Quintett durch ihren jeweiligen Arbeitsalltag und machte sich dabei eine aus vielen Spielfilmen abgeschaute Erzählstruktur zunutze: Wenn es für eine Fahrerin problematisch wurde, schwenkte sie zu einer anderen Fahrerin um – ein feiner Trick, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers nicht absinken zu lassen. Überhaupt zeigte sich das Thema durchaus filmgerecht zubereitet.
 
"Trucker Babes" verschwieg einerseits nämlich zwar die Härten des Berufs nicht. Dennoch vermittelte die Sendung glaubwürdig die Leidenschaft der Fahrerinnen für den gewählten Beruf. Dazu gab es stets einen Hauch von Abenteuer und Trucker-Romantik, besonders bei Annette: Ihre Fahrt durch das eisige Norwegen sorgte viele spektakuläre Aufnahmen von verschneiten Straßen und Landschaften.
 

Telefonieren am Steuer ist kein Kavaliersdelikt

 
Auch bei ihren Kolleginnen zeigten sich die gewaltigen Lastwagen eindrucksvoll gefilmt und hinterließen einen überwiegend dynamischen Eindruck. Zusammen mit dem professionell gesprochenen Kommentar ergab das eine fesselnde Wirkung. Dazu kam als weiterer großer Pluspunkt die sympathische Offenheit der Frauen, etwa bei Lissy, die geschieden ist, ihren Sohn Marco sehr vermisst und ihn mit ihren Anrufen nervt, wenn sie unterwegs ist.
 
Dass die Reportage die Frauen allerdings auch bei höchst leichtsinnigen Verhalten wie Rauchen oder gar Telefonieren am Steuer zeigt, hinterlässt keinen guten Eindruck. Mittlerweile warnen große Schilder am Straßenrand vor dem Hantieren mit dem Handy während einer Fahrt. Dennoch wählt und spricht Lissy ungeniert während der Fahrt und wendet dabei den Blick von der Straße. Solche Aktionen noch im TV zu zeigen, sollte längst tabu sein.


 
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