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TV-Kritik: "Under the Skin": Der Super-Langweiler

Von Scarlett Johansson spielt hier ein verführerisches und vampirähnliches Alien. Hört sich nach einem faszinierenden Film an? Warum das Ergebnis Galaxien davon entfernt ist.
Wenn Laura (Scarlett Johansson) ein Opfer ausgemacht hat, lockt sie ihn umstandslos zu sich. Foto: Wild Bunch/Daniel Landin Wenn Laura (Scarlett Johansson) ein Opfer ausgemacht hat, lockt sie ihn umstandslos zu sich.

Die Geschichte klingt eigentlich bemerkenswert: Laura (Scarlett Johansson), ein Alien in Gestalt einer verführerischen Frau, fährt durch die Nacht und spricht Männer an. Männer, die alleinstehend sind und deren Verschwinden nicht auffällt. Scheinbar, um sie nach dem Weg zu fragen und später zu verführen. In Wirklichkeit aber, um sie zu töten und als Nahrung für ihren Heimatplaneten umzuwandeln. Was die Menschen als Spezies ausmacht, interessiert sie dabei nicht – bis sie beginnt, sich in sie einzufühlen.

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Das macht die Jägerin verletzlich und bringt sie selbst in große Gefahr. Hätte im Prinzip also einen richtig handfesten B-Film aus dem Science Fiction-Genre ergeben können. Eine Reminiszenz an so unvergessliche Streifen wie "Gefahr aus dem Weltall" und andere Filme dieser Art aus den fünfziger Jahren, gewürzt mit einer Spur "Predator". Aber genau das ist "Under the Skin" absolut nicht, weil er es nicht sein will.
 

Ein Film ohne Handlung

 
Regisseur Jonathan Glazer hat den Film nach dem Roman "Die Weltenwanderin" von Michel Faber gedreht. Die Opfer versinken in einer Art See, über den Laura einfach hinwegschreitet, und lösen sich dann mit einem Platzen auf, wobei ihre Haut noch einige Zeit vor der Kamera schwebt. Und am Ende zieht Laura sich selbst die Haut ab, die ihren Alien-Körper umschlossen hat. Seinem Titel wird "Under the Skin" also durchaus gerecht.
 
Den Erwartungen des Zuschauers definitiv nicht. Glazers Film besitzt kaum eine Spur von echter Handlung. Der Regisseur hat alle Spannungselemente souverän ignoriert, sondern wohl eine Parabel auf zwischenmenschliche Beziehungen drehen wollen. Herausgekommen ist dabei aber vor allem  eine dunkle, zähe Flut von rätselhaft bedeutungsschwangeren Bildern. Zusammen mit der schrägen Musik von Mica Levi schreit hier nahezu jede Szene "Ich bin ein Kunstfilm"!
 

Einschläfernd öde

 
Man ist schnell geneigt, dem zuzustimmen. Es ist nämlich schon eine Kunst, aus der Vorlage und der Grundidee einen dermaßen hypnotischen Langweiler zu schaffen. Der zudem über weite Strecken trotz seiner angestrengten Optik auch noch wirkt, als sei er einfach nur mit einer Handkamera abgefilmt worden. Schon nach wenigen Minuten wirkt der Film einschläfernd: Man möchte dauernd auf die Vorspultaste drücken.
 
Wie Glazer es fertiggebracht hat, Scarlett Johansson für sein Werk zu gewinnen, bleibt ein Rätsel. Umso besser versteht man, warum es bei der Premiere etliche Buhrufe gab. Und der Film an der Kinokasse ein Reinfall war.
 
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