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TV-Kritik: "Unser Lied für Lissabon": Kontrastprogramm mit Lederhosen

Von Zum anstehenden ESC im Mai bot die ARD eine genau analysierte Vorauswahl und ein breit gefächertes Programm. Sieger wurde Michael Schulte mit "You let me walk alone".
Michael Schulte (27) wurde Sieger mit seinem Lied "You let me walk alone". Foto: (NDR Presse und Information) Michael Schulte (27) wurde Sieger mit seinem Lied "You let me walk alone".

Deutschland und der ESC, das war in den letzten Jahren alles andere als eine Liebesgeschichte. Eher glich das Ganze einem Trauerspiel:  2015 und 2016 landete der deutsche Beitrag auf dem letzten Platz, im vergangenen Jahr auf dem vorletzten. Immerhin mit steigender Tendenz, könnte man sich trösten, wäre das nicht ein solches Trauerspiel. Was aber an die diesjährige Vorauswahl eben auch besondere Anforderungen stellt.

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An einer breit gefächerten Auswahl fehlte es denn auch nicht. Natia Todua aus Georgien, die im vergangenen Jahr die siebte Staffel von "The Voice of Germany" bei ProSieben gewann, trat mit "My own way" an. In dem Lied verarbeitete sie auch ihren Weg zur Musik. Es folgte Ryk (eigentlich Rick)Jurthe, der mit seiner klassisch angehauchten Ballade "You and I" beim Publikum für stehende Ovationen sorgte.  

Schon mehrfach in den Charts

Mangel an Kontrasten gab es in der Sendung nicht: Mit kurzen Lederhosen und Trachtenstrümpfen stürmten die fünf Sänger von "Voxxclub" die Bühne. Michael Hartinger, Korbinian Arendt, Christian Schild, Florian Claus, Stefan Raaflaub und Julian David hatten sich in München kennengelernt. Mit einer wilden Mischung aus Volksmusik mit Jazz und Hip-Hop schafften sie es bereits mehrfach in die Charts.

Doch obwohl ihr Beitrag "I mog die so" durchaus mitriss, dürften die Erfolgsaussichten beim ESC nicht allzu hoch gewesen sein. Im nicht deutschsprachigen Europa ist der bayrische Zungenschlag nicht sonderlich gut zu verstehen. Internationales Flair brachte Xavier Darcy mit, der ursprünglich in Schottland als Sohn britisch-französischer Eltern geboren wurde. Er präsentierte sein Lied "Jonah".

Die erste Siegerin bei "The Voice of Germany"

Wie Natia Todua machte auch Ivy Quainoo, geboren in Berlin als Tochter ghanaischer Eltern, erstmalig bei "The Voice of Germany" das breite Publikum auf sich aufmerksam: Sie gewann die erste Staffel der ProSieben-Show. Dazu arbeitete sie als Model. Ihr Lied "House on Fire" kam mit passender Pyrotechnik und dürfte, obwohl Quaimoo nicht Siegerin war, einige Chancen auf Erfolg in der Hitparade haben.

Sieger des Abends wurde schließlich Michael Schulte, der mit "You let me walk alone" an seinen Vater erinnerte, den er früh verlor. In Sachen Juroren und Analysen hatte die ARD im Vorfeld einen erheblichen Aufwand getrieben. Hat es was genützt? Ob man damit das herausgekitzelt hat, was erfolgreiche Popmusik ausmacht, nämlich das Ursprüngliche, Authentische, Emotionale, wird sich beim ESC im Mai in der portugiesischen Hauptstadt zeigen.  

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