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TV-Kritik: "Unsere Mutter Diana": Was sie für ihre Söhne bedeutete

Wer war Diana wirklich? Diese intime Dokumentation zeigt nicht nur den Superstar, sondern auch die Privatfrau und Mutter.
Prinzessin Diana sitzt im Kensington Palace mit ihren Söhnen William und Harry am Klavier. Foto: (NDR Presse und Information) Prinzessin Diana sitzt im Kensington Palace mit ihren Söhnen William und Harry am Klavier.
Fast nebensächlich fällt in dieser Doku eine Bemerkung, wozu sich Diana durch ihre Hochzeit mit Prinz Charles in London am 29. Juli entwickelt hatte: zum globalen Superstar. Der Start hätte kaum gigantischer ausfallen können. Mehr als 750 Millionen Menschen verfolgten an diesem Tag das glanzvolle Spektakel am Bildschirm. Es war der Auftakt zu einer Ehe, die mit ihren Hochs und vor allem Tiefs in der Regenbogenpresse bis heute für Schlagzeilen sorgt.

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Dabei nähert sich Dianas 20. Todestag. Kurz nach Mitternacht am 31. August  prallte ein Mercedes, in dem Diana mit ihrem Partner Dodi Al-Fayed saß, in Paris gegen einen Tunnelpfeiler. Diana starb einige Stunden später im Krankenhaus. Und nichts könnte ihren Aufstieg zur globalen Ikone besser verdeutlichen als die Anzahl der Menschen, die weltweit ihre Trauerfeier verfolgten: Es sollen etwa zweieinhalb Milliarden gewesen sein – mehr als die dreifache Anzahl als bei ihrer Hochzeit mit Prinz Charles.

Die Freude am Unfug

"Unsere Mutter Diana" heißt die Dokumentation, die Dianas Söhne William und Harry in ungewohnt ruhiger und privater Atmosphäre zeigt. Daneben kommen auch enge Freunde, Popstar Elton John – der ihr einst sein Lied "Candle in the Wind" widmete - und ihr Bruder zu Wort. Sie zeigen vor allem eine Diana abseits des Blitzlichtgewitters: Eine junge Frau mit zweifellos starker Empathie und Wärme, voller Natürlichkeit, Lebenslust, Charme und – für viele Zuschauer sicher neu – auch einer ausgeprägten Lust an allerlei Schabernack.
 
Natürlich kommen dabei Fans von Adelshäusern und der britischen Monarchie voll auf ihre Kosten. Rückblicke erinnern an Dianas Werdegang, ihre Hofdame Anne Beckwith-Smith, die sie auf ihren ersten Reisen begleitete, lässt Erinnerungen und Emotionen freien Lauf.  Und doch, wenn man sieht, wie sie im Regen ihren Fans die Hände reicht: Man kann sich nur mit Mühe vorstellen, wie Diana selbst diese an Hysterie grenzende Begeisterung für sie verarbeitet hat.

Soziale Aspekte der Monarchie

Zuhause im Kensington Palace suchte sie einen Ausgleich zum öffentlichen Spektakel. "Meine Mutter war zu gerne nur Mutter, und nicht immer nur Prinzessin" erinnert sich Prinz Harry. Mit ihren Söhnen schlüpfte sie heimlich ins Kino oder gondelte im BMW-Cabrio durch die Landschaft. Man kann sich vorstellen, wie sie dabei entspannte und das Spektakel um ihre Person ebenso verdrängte wie die wachsenden Probleme in ihrer Ehe und in der königlichen Familie. Ihre Probleme hingen auch damit zusammen, dass ihr Glanz heller erstrahlte als der des britischen Königshauses.  
 
Die Sendung macht dazu deutlich, wie sehr Diana mit ihrem sozialen Engagement ihre beiden Söhne geprägt hat. Wobei dieser Charakterzug Dianas in der königlichen Familie allerdings eine gewisse Tradition besitzt: Englands Monarchen sorgten oft für sozialen Zusammenhalt im Land. Queen Victoria solidarisierte sich mit den Iren während der großen Hungersnot der 1840er Jahre, ihr Sohn Prinz Albert Edward – der spätere König Edward VII. – besuchte Arbeiter. Auch dessen Enkel Edward VIII. zeigte ausgeprägtes Interesse für soziale Fragen.

"Unsere Mutter Diana" lief bereits im britischen TV-Netzwerk ITV. Die ARD strahlt es jetzt zur besten Sendezeit aus. Schon Anfang des Monats August zeigte das Zweite die Dokumentation „Dianas Vermächtnis“, die trotz Fußball-Konkurrenz eine stabile Quote einfuhr. Die Faszination der „Königin der Herzen“ scheint ungebrochen, auch zwei Jahrzehnte nach ihrem Tod.
 
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