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TV-Kritik: "Unterwasserdschungel": Die schillernde Schönheit der Meeresbewohner

Von Die neue Episode aus der Sendereihe "Der blaue Planet" bietet faszinierende Aufnahmen aus der Unterwasserwelt vom Seestern bis zum Tigerhai:
Seesterne reagieren mit ihren Lichtsinneszellen auf die Helligkeit: Es ist für sie das Signal zum Laichen. Foto: (WDR Presse und Information/Redak) Seesterne reagieren mit ihren Lichtsinneszellen auf die Helligkeit: Es ist für sie das Signal zum Laichen.

Es sind Aufnahmen wie aus einem Science Fiction-Film. Wenn im Nordatlantik nach dreimonatelanger Dunkelheit die ersten Strahlen der Frühlingssonne den Meeresboden erreichen, erwacht eine ganze Unterwasserwelt wieder zum Leben. Massen an Seesternen klettern die Hügel am Meeresboden hoch: Mit ihren Licht-Sinneszellen erkennen sie die Helligkeit, die für sie das Signal zum Laichen bedeutet.

Die Massen an Eiern löst bei den Seegurken einen bizarr erscheinenden Vorgang aus. Seegurken sind keine Pflanzen, sondern eine Tierklasse aus dem Stamm der Stachelhäuter. Um möglichst viel Nahrung – eben den Laich der Seesterne - aufnehmen zu können, krempelt sie einen Teil ihres Inneren nach außen. Mit ihren zehn klebrigen Fangarmen greift sie den Laich, der daran hängenbleibt. Die Arme steckt sie abwechselnd in ihren Mund, um sie abzulutschen.

Und Tangwedel wachsen dem Licht entgegen. Aus den riesigen Algen entstehen innerhalb kürzester Zeit ganze Wälder unter Wasser. Sie wachsen in den ufernahen Regionen der gemäßigten Breiten. Besonders üppig gedeihen sie entlang der nordamerikanischen Pazifikküste. An manchen Stellen wuchert der Riesentang über 50 Meter hoch bis unter die Wasseroberfläche: Ein Paradies für Meeresbewohner aller Art.  Sie haben erstaunliche Mechanismen zum Überleben entwickelt.

Seeotter schützen die Tangwälder

Der in schillerndem Orange gehaltene Garibaldifisch kämpft gegen ungebetene Gäste wie die Seeigel.  Stachelhäuter benagen die Stängel der Tangwälder und bedrohen damit ihren Bestand. Nachdem die Seeotter, die lange wegen ihres Fells gejagt wurden, unter Schutz gestellt waren, konnten sich die Tangwälder wieder erholen: Seeotter betrachten Seeigel als Speise. Fressen oder gefressen werden – dieses Prinzip der Natur gilt auch im Unterwasserdschungel.

Auf erstaunlich intelligente Art schützt sich der Octopus gegen den Pyjamahai. Riesensepien erschummeln sich mit einem unglaublichen Trick gegenüber größeren Rivalen eine Möglichkeit zur Fortpflanzung. Die Dokumentation fesselt durchgehend mit faszinierenden  Bildern. Die Musik und Schauspieler Axel Milberg (bekannt als „Tatort“-Kommissar Klaus Borowski) als Erzähler geben dem bunten Geschehen,  oft in Zeitlupe, eine lyrische Note.

Mitunter hätte man sich zwar zu den einzelnen Tierarten noch etwas mehr an Hintergrund gewünscht. Recht gut haben die Macher dagegen die Gesamtzusammenhänge herausgearbeitet: Im Grunde ernährt Plankton sämtliche Meeresbewohner, und für den weltweiten Ökohaushalt ist das pflanzliche Leben im Meer unverzichtbar.

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