Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

TV-Kritik: "Väter und Söhne - Eifelpraxis": Der bisher stärkste Beitrag

Von "Väter und Söhne" überzeugt durch seine dramatische Hauptgeschichte und viele spannend und feinfühlig inszenierte Details.
Wer hat Recht? Zwischen Vera Mundt (Rebecca Immanuel) und ihrem Chef Chris (Simon Schwarz) knallt es immer wieder. Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Wer hat Recht? Zwischen Vera Mundt (Rebecca Immanuel) und ihrem Chef Chris (Simon Schwarz) knallt es immer wieder.

"Eifelpraxis" zum Dritten und zum Besten: Während der Auftakt eine gelungene Reihe versprach und die Fortsetzung "Eine Dosis Leben" vom letzten Freitag ihre guten Ansätze in zu vielen Nebenschauplätzen versanden ließ, geht der dritte Teil "Väter und Söhne" richtig in die Vollen. Dafür sorgt diesmal schon die Hauptgeschichte: Da steht nämlich Felix (Ludwig Simon) im Mittelpunkt, der Schulfreund von Vera Mundts Sohn Paul (Tom Böttcher). Der Teenager leidet häufog unter Nasenbluten, weswegen ihn die Versorgungsassistentin zu ihrem Arbeitgeber schleppt, Dr. Chris Wegner (Simon Schwarz).
 
Dessen Diagnose fällt wenig ermutigend aus: Simon leidet an Aplastischer  auptgeschichte: Da steht nämlich unter Aplastischer Anämie, einer Sonderform der Blutarmut, die mit dem Versagen des Knochenmarks einhergeht. Dabei handelt es sich zwar um eine extrem seltene Krankheit, aber das Drehbuch strickt daraus eine höchst spannende Familiengeschichte: Um den Jungen zu heilen, wäre ein genetisch nahestehender Verwandter ideal. Aber der Mann, den Felix nämlich die ganze Zeit für seinen leiblichen Vater gehalten hat, ist nicht sein Erzeuger.

Der Alkoholiker als Vater

 
Bei diesem handelt es sich vielmehr um den einsiedlerisch lebenden Jakob (Dirk Borchardt). Für ordentlich Konfliktstoff ist also gesorgt, und das Drehbuch bringt die Parteien auch früh und zielsicher in Stellung gegeneinander. Außerdem geht es nämlich auch um Vera Mundts Sohn und um dessen Michael (Jan Sosniok). Der meldet sich nach einer Ewigkeit persönlich bei seinem Sohn und bietet Paul an, zu ihm nach Berlin zu ziehen. Und Pauls Schwester Mia (Mascha Schrader) hat in der Schule Ärger mit zwei Rüpeln.
 
Im Vergleich zu der letzten Folge sind diesmal unter anderem die Übergänge zwischen den Handlungssträngen wesentlich besser gelungen. So etwa, als Felix erfährt, in welchem Verhältnis der Knochenmarkspender tatsächlich zu ihm steht: Die Geschichte gibt die nötige Information, dann blendet der Film über auf einen neuen Schauplatz und hält damit die Spannung noch eine Weile aufrecht. Das ist einfach gutes Handwerk, wogegen "Eine Dosis Leben" sich ziemlich nachlässig zusammengeschustert präsentierte.
 

Zu viele glückliche Zufälle


 Viele Motive sind zwar nicht neu, aber durch ihren Zusammenhang mit der Haupthandlung auch nicht zur bloßen Beliebigkeit degradiert: So ist Jakob alkoholkrank, muss aber schnellstens entziehen, um seinem Sohn noch helfen zu können. Mitunter übertreibt der Film die Zufälle aber schon: Nicht nur, dass sich der Zufallsflirt von Veras ziemlich schnell als Arzt herausstellt: Dass Jakob auch noch ein von seinem Sohn verehrter Fantasy-Schriftsteller ist, hätte nun wirklich nicht sein müssen.
 
Der Film versäumt hier die Gelegenheit, auch einmal einen Charakter einzuführen, der sich nicht durch seine Arbeit mit entsprechendem Erfolg definieren kann. Dennoch holt Regisseur Christoph Schnee aus dem Drehbuch von Brigitte Müller intensive Szenen heraus: Besonders, wenn Simon sinnend am Lagerfeuer sitzt und hinter ihm mittels Tiefenschärfe ins Bild gerückt sein Vater mit den Tränen kämpft, bleibt im Gedächtnis. Über den gelungenen Handlungsentwurf hinaus sind es Details wie diese, die den dritten "Eifelpraxis"-Film zum bisher stärksten Beitrag der Reihe adeln.
 
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse