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TV-Kritik: „Vergeltung“: Ein Polizist als Mörder

Von Die Fortsetzung des Thrillers „Schutzlos“ schockt einerseits mit harten Effekten, krankt aber an dem stark überzogenen Ende.
Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) erfährt, dass die leibliche Mutter des entführten Mädchens eine alte Bekannte war. Foto: Gordon Timpen Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) erfährt, dass die leibliche Mutter des entführten Mädchens eine alte Bekannte war.

Gar nicht so einfach, einen guten Krimi-Zweiteiler auf die Mattscheibe zu bringen. Auch dann, wenn der erste Teil so glänzend geglückt war wie „Schutzlos“ aus der Reihe „Stralsund“: Da ging es um eine Zeugin aus Weißrussland, die gegen Drogenbaron Jan Pawlowski (Jan Henrik Stahlberg) aussagen soll. Doch innerhalb der Polizei, die sie eigentlich bis zum Prozess schützen soll, gibt es Verräter. Und Ermittler Max Morolf (Wanja Mues) hat seine eigenen Probleme, die weit in der Vergangenheit liegen.

 

Damals arbeitete er nämlich für Pawlowski – als Undercover-Polizist -  und hatte eine Affäre mit einer Frau, die ebenfalls für Pawlowski tätig war. Diese Frau versorgte Morolf mit brisanten Details, und als sie aufflog, musste Morolf die zusammentreten und Pawlowskis Killer überlassen, um seinen eigenen Auftrag zu schützen.  Am Ende gibt es jedenfalls einen toten Killer – der von Morolf erschossen wird - und eine gerettete Zeugin – und einen gefährlichen Auftrag für Morolf.

 

Zum Mord erpresst

 

Hier setzt nun der zweite Teil an. Nun soll nämlich Morolf für Pawlowski die Zeugin ausschalten. Um den Druck auf ihn zu verstärken, lässt der Rauschgifthändler von Wotjek Klamm (Robert Gallinowski) die junge Lena (Audrey von Scheele) entführen: Sie ist die Tochter der Frau, mit der Morolf einst die Affäre hatte, die für die Frau tödlich endete. Was auch den Ermittlern des „Stralsund“-Teams nicht lange verborgen bleibt: Morolf bezahlte die Hälfte ihres Schulgelds.

 

Eine recht spannende Ausgangslage also. Teilweise legt der Krimi gegenüber dem ersten Teil sogar noch etwas zu, besonders, weil Pawlowski nun wesentlich mehr Raum bekommt: Der steht unter Hausarrest, darf sich auf seinen Prozess vorbereiten und will ihn natürlich mit allen Mitteln platzen lassen. Für Spannung sorgt dabei aber vor allem Morolf, der wie schon in der ersten Folge zwischen den Fronten irrlichtert. Erst am Ende kommt die Lösung, und die hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits hart und schockierend blutig, wirkt sie andererseits nicht eben logisch.

 

Harte Auflösung überzeugt nicht

 

Pawlowski wird nämlich von Morolf vergiftet. Ein Kriminaler als kaltblütiger Giftmörder ist schon ein starkes Stück mit Schockwirkung auf den Zuschauer. Diese Auflösung wirft aber Fragen auf, denn Pawlowski befand sich schon unter Hausarrest, als Morolf ihm das Gift verabreichte. In dieser Situation wäre es weit zielführender für Morolf gewesen, alles zu tun, den Gangsterboss endgültig hinter Gitter zu bringen. Zumal er den Mord an Pawlowskis auch anders als bei der Tötung des Killers nicht als Notwehr tarnen kann.

 

Das an sich starke Motiv der kollegialen Zusammenarbeit und Vertuschung zwischen Morolf und Chef Meyer verliert durch die alles andere als wasserdichte Logik und den im Vergleich zum ersten Teil weniger stringenten Handlungsverlauf an Wirkung. Dass Morolfs Charakter draußen ist, könnte sich auch negativ auf die Qualität weiterer Folgen bemerkbar machen: Nicht nur sein zwiespältiger und undurchschaubarer Charakter, sondern auch das intensive Spiel von Wanja Mues könnte fehlen. Ob der neu eingeführte Charakter Karim Uthman, gespielt von Karim Günes, die Lücke ausfüllen kann, wird sich noch zeigen.

"Vergeltung" in der ZDF-Mediathek

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