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TV-Kritik: "Vergiftet": Krimi-Menü mit Schwachpunkt

Von Nicht schlecht abgeschmeckt, aber am Ende versagt in der Geschichte um einen Spitzenkoch eine wichtige Zutat.
Anja (Jytte-Merle Böhrnsen) ist erstaunt, als ihr Immo Haferkamp (Thomas Heinze) einen Überraschungsbesuch abstattet. Foto: Katrin Knoke/ZDF Anja (Jytte-Merle Böhrnsen) ist erstaunt, als ihr Immo Haferkamp (Thomas Heinze) einen Überraschungsbesuch abstattet.
Lange her, dass in einem Krimi ein Haferkamp eine so bedeutende Rolle spielte: So hieß einst Schauspieler Hansjörg Felmy in seiner Rolle als "Tatort"-Kommissar. Hier gehört der Name zu Immo Haferkamp (Thomas Heinze), einem Sternekoch, bei dem einem schon mal der Appetit vergehen könnte. Nicht weil er schlecht kochen würde, ganz im Gegenteil, aber im Umgang mit seinen Mitarbeitern zeigt sich der Mann für feine Speisen als ein höchst unfeiner Kotzbrocken.
 
In seiner Kochsendung, die er nach einer Affäre mit Produzentin Kerstin Wagner (Katharina Wackernagel) bekommen hat, lässt er nach einem spontanen Einfall einen willkürlich ausgewählten Praktikanten von einer Soße probieren. Der stirbt nur Sekunden danach an einer Vergiftung mit Zyanid. Wer könnte es auf den Küchenmeister abgesehen haben? Für Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck), Otto Garber (Florian Martens) und Ben Kolberg (Kai Lentrodt) gibt es jede Menge Verdächtige.

Gut aufgestellt: die Verdächtigen

Da wäre Olaf Bredendiek ( Sven Gerhardt), Haferkamps Sous-Chef, den Haferkamp verdächtigt, eine Affäre mit seiner Frau zu haben. Dazu Haferkamps Frau selbst. Oder einer der sieben Mitarbeiter, die Haferkamp schon hinausgeworfen hat. Ein Schutzgeld-Erpresser, mit dem auch Dauergast Sputnik (Jaecki Schwartz) schon Erfahrung gesammelt hat, gerät ebenfalls ins Visier der Polizei. Aber wer hat das Video davon ins Netz gestellt? Könnte es der gleiche Täter gewesen sein, der auch das Gift ins Essen gemischt hat?

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Insgesamt verläuft der Ausflug der Serie ins Reich der Spitzengastronomie ganz ordentlich. Das starke Team präsentiert sich diesmal erheblich zurückgenommen. Kolberg tritt fast gar nicht in Erscheinung – schade, denn Lentrodts ausgeprägt ironische Art macht sich in einer Rolle als Fahnder immer besonders gut. Star der Szenerie ist Thomas Heinze, der Haferkamp im Laufe der Filmhandlung immer mehr mit einem Schuss Weichheit und sogar Sentimentalität verkörpern darf.

Der Schwachpunkt: die Auflösung

Besonders zeigt Heinze diese Seite Haferkamps beim Zusammentreffen mit Anja Lange (Jytte-Merle Böhrnsen), einer begabten jungen Köchin, die nach einem Nervenzusammenbruch und Selbstmordversuch in der Psychiatrie landete. Die junge Frau irrt zu Beginn des Films in sichtlich mitgenommenem Zustand durch Berlin – und sie ist auch der Schlüssel zu Haferkamps geplanter Ermordung. Auch wenn es dabei nicht um ihren Bruder geht, wie es zeitweise scheint.
 
Überhaupt sind die Verdächtigen gut aufgestellt und besetzt. Die Auflösung enttäuscht dennoch: Warum nur treten Lesben im Film so oft als Psychopathinnen oder Mörderinnen in Erscheinung? Zumal die Täterin in der Filmhandlung auch erst sehr spät auftaucht und dadurch kaum Profil entwickeln kann. Das trübt das Vergnügen an dieser sonst durchaus gelungenen Episode aus dem ZDF-Dauerbrenner doch empfindlich ein.
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