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TV-Kritik: "Verliebt in Amsterdam": Schlapper Komödienversuch

Von Mit witzigen Filmen am Freitagabend hatte die ARD in letzter Zeit ein gutes Händchen. Nur leider nicht bei diesem Film.
Als Herbert (Hans-Joachim Heist) plötzlich im Schlafzimmer steht, müssen Max (Vladimir Burlakov) und Sophie (Bracha van Doesburgh) improvisieren. Foto: ARD Degeto/Conny Klein Als Herbert (Hans-Joachim Heist) plötzlich im Schlafzimmer steht, müssen Max (Vladimir Burlakov) und Sophie (Bracha van Doesburgh) improvisieren.
Ach ja, die lieben Klischees. Was wäre das Verhältnis zwischen Holländern und Deutschen nur ohne sie? Da wären zum Beispiel Wohnwagen, Tulpen, Grachten und die Coffeeshops. Und falls jemand noch nicht in Amsterdam gewesen sein sollte: Nein, da gehen die Leute nicht rein, um Kaffee zu trinken. Obwohl man einen solchen Muntermacher mitunter ganz gut gebrauchen kann. Etwa bei diesem Film hier.

Max Baumann (Vladimir Burlakov), Anwalt aus Kassel, ist nach Amsterdam gezogen, um sich ein eigenes Leben aufzubauen. Fern von der Heimatstadt, fern auch von Mutter Dorothea (Rita Russek) und Vater Herbert (Hans Joachim Heist, auch bekannt als schimpfender Kommentator Gernot Hassknecht). Max arbeitet daran, für seinen Auftraggeber ein wichtiges Immobiliengeschäft einzufädeln. Hat aber noch genügend Muße, auf einem Konzert mit der hübschen Sophie de Jong (Bracha van Doesburgh ) anzubändeln, die einen Sandwichladen betreibt.

Noch ganz gut angefangen

Währenddessen trudeln seine Eltern in Amsterdam ein: Sie wollen den Junior dazu überreden, wieder nach Kassel zurückzukommen, um die väterliche Baufirma zu übernehmen. Da kommt ihnen die lässige Sophie natürlich höchst ungelegen, und dass der Vater dort einen kleinen Verkehrsunfall mit Sophies Vater hat, verbessert die Situation auch nicht gerade. Klingt doch eigentlich nach einer ganz vergnüglichen Komödienidee, und wenn zu Beginn Max Baumanns Eltern vor einer ultrasteilen Treppe stehen und ihr Sohn von oben auf sie herunterschaut, sieht das auch nicht schlecht aus.

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Leider geht dem Film dennoch schon nach wenigen Minuten die Luft aus. Die Klischees über hektische und ungeduldige Deutsche und überaus lässige Holländer kommen vor allem in den Dialogen ausgiebig zur Sprache, aber zünden will das nicht. Eine ziemlich müde Geschichte haben sich die Macher hier einfallen lassen, die über einen Großteil ihrer Laufzeit ungefähr so viel Spannung und Originalität entwickelt wie die sanft vor sich hinplätschernde Filmmusik.

Amsterdam als schöne Kulisse

Es fehlt am richtigen Erzählrhythmus, an genügend guten Gags und gepfefferten Dialogen. Auch Hans Joachim Heist kann kaum das Temperament und damit die Komik entwickeln, die man von ihm in seiner Rolle als Gernot Hassknecht gewohnt ist. Optisch kommt die niederländische Metropole mit ihren Wasserstraßen, Hausbooten und malerischen Häusern natürlich ganz gut rüber. Filmisch tritt die Stadt als Kulisse seit dem Actionklassiker "Verfluchtes Amsterdam" nicht wirklich oft in Erscheinung.

Auch die niederländische Schauspielerin Bracha van Doesburgh ist in Deutschland nur wenig bekannt. Sie macht sich gut und kann in einigen Szenen mit einer gewissen lasziven Lässigkeit eine bemerkenswerte Ausstrahlung entwickeln. Aber Drehbuch und Regie schaffen es nicht, ihr Potential entsprechend einzusetzen. So bleiben am Ende nur ein paar schöne Postkartenansichten von Amsterdam hängen. Ein ziemlich mageres Resultat!
 
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