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TV-Kritik: "Verrückt nach Fluss": Traumschiff light

Von Lust auf eine Flusskreuzfahrt auf der Donau oder der Rhone? Hier kann sich der Zuschauer ein detailliertes Bild davon machen.
Passagiere der Flusskreuzfahrt auf der Rhone vor dem natürlichen Felsentor Pont d'Arc auf dem Fluss Ardèche ? einem Nebenfluss der Rhone - in Frankreich. Foto: Bewegte Zeiten GmbH/Lia Jaspers Passagiere der Flusskreuzfahrt auf der Rhone vor dem natürlichen Felsentor Pont d'Arc auf dem Fluss Ardèche ? einem Nebenfluss der Rhone - in Frankreich.
Reiseträume haben sich auf dem Bildschirm in letzter Zeit ziemlich rar gemacht. „Das Traumschiff“ fährt zwar auch in der Wiederholung meist hohe Quoten ein, sticht aber nur noch unregelmäßig in die See. „Das Traumhotel“ schloss vor zwei Jahren nach zwanzig Episoden die Pforten, nachdem die Helden der Reihe erfolgreich die ganze Welt bereist hatten. Aber in diesen Reihen haben die dargestellten Episoden und Schicksalsgeschichten ohnehin stets starke Konkurrenz durch die exotischen Plätze und Sehenswürdigkeiten.
 
So was hat ja nicht den reißerischen Thrill von James Bond oder Indiana Jones. Also warum nicht mal ganz auf gespielte Handlung verzichten und einfach eine Reise-Doku drehen? "Verrückt nach Meer" hieß die so konzipierte Reihe, welche die ARD im Jahr 2010 ins Programm nahm. Der Erfolg gab dem Sender Recht. Die Folge: Mit "Verrückt nach Fluss" gibt es jetzt einen Ableger mit gleichem Konzept.
 
Hier ist alles echt
 
Anstatt Schauspielern in entsprechenden Rollen bekommen die Zuschauer diesmal also richtige Crew-Mitglieder und Passagiere zu sehen. Dabei stellt sich die Serie nicht ausschließlich als bunter Reisebericht dar. Auch Meinungsverschiedenheiten hinter den Kulissen – sei es nun um Anlege-Modalitäten zwischen oder um die korrekte Zubereitung eines Hühnerfrikassees – verschweigt die Serie nicht. Das echte Leben an Bord eines Flusskreuzfahrt-Schiffes bekommt der Zuschauer hier hautnah und ungefiltert mit.
 
Die Protagonisten stellt die Reihe namentlich vor, oft auch mit biographischen Details. In der ersten Staffel fährt das Schiff „MS Anesha“ mit 150 Passagieren von Passau durch den Balkan bis fast ans Schwarze Meer. Wien, Budapest oder Belgrad sind dabei nur einige der Reisestationen. Die Städte entlang der Route bekommt der Zuschauer dabei vor allem durch die Augen von Passagieren und Crewmitgliedern beim Landgang präsentiert.

Lokalkolorit von Salami bis Sissi

 
So wirkt das oft sehr unmittelbar und bezieht auch die Arbeit mit ein, wenn etwa der Küchenchef in Budapest die landestypische Salami für das Menü an Bord einkauft und dabei viele kulinarische Einzelheiten erläutert. Überhaupt lebt die Kombination aus Doku-Soap und Reisebericht besonders durch das Unverstellte, Reale. Nichts wirkt hier inszeniert oder geschönt. Man begegnet nicht nur faszinierenden Kulturlandschaften, sondern auch Menschen mit ihren Macken und Eigenheiten.
 
So erscheint ein Besuch in Schloss Gödöllo in Budapest – Ungarns größtem Barockschloss - natürlich noch interessanter, wenn man weiß, dass es sich bei der Besucherin um einen Fan von Kaiserin Sissi handelt. Zwölf Folgen lang kann der Zuschauer an der Reise der MS Anesha teilhaben. Anschließend geht es für eine weitere Reise auf die Rhone nach Frankreich. Ob wohl das neue Format beim Zuschauer ankommt? Die Quoten für "Verrückt nach Meer" lassen zumindest hoffen.

Die Sendung in der ARD-Mediathek ansehen.

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