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TV-Kritik: "Vier Könige": Weihnachtsgeschichte mit "Fack ju Göhte"-Star

Von Vier Jugendliche in der Psychiatrie gestalten das Weihnachtsfest auf ihre Weise. Wie Jella Haase hier erfrischende Akzente setzt.
Die kesse und aufmüpfige Lara (Jella Haase) weiß, wie sie ihre Umwelt ein ums andere Mal provoziert: etwa mit einem ganz speziellen Weihnachtsschmuck. Foto: ZDF/Sandra Müller Die kesse und aufmüpfige Lara (Jella Haase) weiß, wie sie ihre Umwelt ein ums andere Mal provoziert: etwa mit einem ganz speziellen Weihnachtsschmuck.
Weihnachten als Fest der Liebe? So einfach war das noch nie. In vielen Familien gleicht das Fest der Liebe einer Heeresinspektion, und auch Lara (Jella Haase) weiß ein Lied davon zu singen. Da produziert sich immer ihre Streber-Cousine mit ihrem wunderschönen Geigenspiel und ihrem stolzen Onkel und Lauras Eltern gucken dann so traurig, weil ihre Tochter das nicht kann. Aber Lara sitzt mit einem Drogenproblem in der Jugendpsychiatrie.
 
Sie wird das Weihnachtsfest dort verbringen, wie auch Alex (Paula Beer), die sich selbst verletzt hat, wie Timo (Moritz Leu), der seine Aggressionen nicht im Griff hat, und wie der extrem introvertierte und zu Panikattacken neigende Fedja (Moritz Leu) aus Georgien. Der Psychiater Dr. Wolff (Clemens Schick) wird das schwierige Quartett über die Feiertage hinweg beaufsichtigen: Ein einfühlsamer Beobachter, der nicht viel von althergebrachten Methoden hält.

Die Suche nach Zugehörigkeit

Die unkonventionellen Ansichten des Mediziners führen zu vielen Überraschungen und machen ihn bei Kollegen wie Schwester Simone (Anneke Kim Sarnau) zudem nicht beliebter. Der erste Spielfilm von Regisseurin Theresa von Eltz spielt schon im Titel auf Weihnachten und die Heiligen Drei Könige an, betrachtet das Fest aber eher auf die sarkastische Art, ohne dabei jedoch den Grundgedanken von Weihnachten der Lächerlichkeit preiszugeben.
 
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Das Thema Verlassenheit sowie die Suche nach Zugehörigkeit und Geborgenheit der vier Jugendlichen zieht sich als roter Faden durch die eher episodisch strukturierte Handlung. Er beneide Fedja um seine georgischen Wurzeln, sagt Wolff an einer Stelle zu dem sensiblen und unsicheren Jungen, er habe sich immer gewünscht, Teil einer fremden Kultur zu sein. Das Fremdsein, sich selbst wie auch anderen gegenüber, aber auch das In sich selbst-Gefangensein, das nicht Herauskönnen aus der eigenen Haut, wird hier zum immer wiederkehrenden Motiv.

Provozierend kess: Jella Haase

In vielen kleinen Details, Blicken und Bewegungen zeigen sich diese Gedanken, die vielen Jugendlichen geläufig sein dürften – nicht nur in der Psychiatrie. Dennoch hat Theresa von Eltz keine bleierne und themenschwere Psychostudie geschaffen. Dafür sorgt schon die aus "Fuck ju Göthe" bekannte Jella Haase, die hier als aufmüpfige und ihre Umwelt durchgehend provozierende Lara schauspielerisch erfrischende Akzente setzen kann und schon dadurch für Spannung sorgt.
 
"Ach kommen Sie", sagt sie etwa kess zu Dr. Wolff, "Sie stellen doch den ganzen Tag irgendwelche Fragen zu irgendwelchen Sachen, die Sie überhaupt nichts angehen!" Wie der Psychiater die Jugendlichen dazu bringt, sich zu öffnen, erzählen Drehbuch und Regie in vielen intensiven Einzelszenen. Der Sendetermin des Films irritiert aber schon ein wenig: Warum ein Weihnachtsfilm mitten im Sommer?
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