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TV-Kritik: "Von Erholung war nie die Rede": Ein köstlicher Spaß

Von Loriot und "Nonstop Nonsens" lassen grüßen, wenn die Bundschuh-Familie sich zum Urlaub auf Mallorca trifft.
Unter Schafen: Gundula (Andrea Sawatzki) hat sich ihren Urlaub auf Mallorca ganz anders vorgestellt. Foto: Britta Krehl Unter Schafen: Gundula (Andrea Sawatzki) hat sich ihren Urlaub auf Mallorca ganz anders vorgestellt.
Bundschuh lautet der Name der Sippschaft, den die Schauspielerin Andrea Sawatzki für ihren ebenfalls vom ZDF verfilmten Roman "Tief durchatmen, die Familie kommt" geschaffen hat. Eine Familie, in der vor allem das Chaos regiert: Gundula (Andrea Sawatzki) lächelt als treusorgende Mutter und Hausfrau tapfer gegen alle Sorgen des Alltags an, Gatte Gerald (Axel Milberg) arbeitet beim Finanzamt. Geralds Mutter Susanne (Judy Winter) zeigt sich dem Schnaps verfallen, Gundulas Bruder Hadi (Stephan Grossmann) versucht sich erfolglos als Autor esoterischer Bücher.
 
Da Gundulas Vater Edgar (Günther Maria Halmer) zudem an Alzheimer leidet, steigt das Potential für Katastrophen noch einmal kräftig an. Besonders, wenn der ganze Clan auf Mallorca Urlaub macht, weil Susanne nicht ohne Hintergedanken alle eingeladen hat. Es wird also richtig wild, sobald die Drunter und Drüber-Familie sich nach dem zweiten Bundschuh-Roman Andrea Sawatzkis, der wie der Film heißt,  auf dem Teutonen-Grill breitmachen.
 

Zündende Pointen

 
Der Film steigt auch von Anfang an ordentlich aufs Gaspedal und geht richtig in die Vollen. Und das macht er auch richtig gut. Gegenüber "Tief durchatmen, die Familie kommt" legt der Nachfolger gleich mehrere Schippen drauf. Man könnte einwenden, dass nicht alle Gags völlig originell geraten sind, aber das macht hier nichts: Sie zünden, und darauf kommt es an! Und das ist bei dieser hohen Dichte an Pointen keineswegs selbstverständlich.
 
Außerdem merkt man auch den Schauspielern den Spaß an den knackigen Dialogen und Klamauk-Szenen an, was sich hier nahtlos auf die Zuschauer überträgt. Wie in einem gelungenen Slapstick-Film alter Schule wurde hier besonders zu Anfang fast jede Szene auf den abschließenden Gag hin konstruiert, was dem Film ein bemerkenswertes Tempo verleiht und dem Zuschauer großes Vergnügen bereiten dürfte.
 

Ernstere Zwischentöne fehlen nicht

 
Andrea Sawatzki und Axel Milberg – sie mit beredtem Mienenspiel, er mit knuffiger Gemütlichkeit – passen schon durch ihre Gegensätzlichkeit perfekt in ihre Rollen. Neben dem hohen Spaßfaktor mit Anklängen an Loriot und "Nonstop Nonsens" erstaunt aber auch die Leichtigkeit, mit der dieser Film besonders in der zweiten Hälfte immer wieder von der locker-Ironischen Komödie in deutlich ernsthaftere und tiefsinnigere Tonlagen wechselt.
 
Dabei gelingen dem Streifen mitunter berührend intime Aufnahmen aus dem Seelenleben seiner Charaktere. Es geht immer wieder auch um Träume, Wünsche, Hoffnungen und Unerfülltes, wenn etwa Hadis Frau Rose, von Eva Löbau mit hörbarem schwäbischen Tonfall verkörpert, ihrem Gatten gestehen muss, eine Schwangerschaft nur vorgetäuscht zu haben: Sie hat einfach seine Fürsorge so sehr genossen.
 

Sehr unterhaltsam

 
Nur das Ende fällt ein wenig ab. Angesichts der vielen dicht gepackten Gags erwartet man einfach noch einen richtigen Rausschmeißer. Der Film klingt jedoch mit offenem Ende eher unverbindlich aus. Dennoch bietet das ZDF hier eine höchst unterhaltsame Satire, in der leise Zwischentöne ebenso ihren Platz haben wie eine kräftige Dosis Augenfutter durch die Landschaft Mallorcas.


Den ganzen Film gibt es hier
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