Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

TV-Kritik: Wacken Open Air 2017: Musik vom Feinsten

Von Vier Stunden lang gab es hier Vollbedienung für Headbanger. Und ein Super-Livekonzert bildete den Höhepunkt.
Der brennende Kuh-Schädel ist seit Jahren das Markenzeichen des "Wacken Open Air". Foto: imago Der brennende Kuh-Schädel ist seit Jahren das Markenzeichen des "Wacken Open Air".

Gigantische Lichtorgeln, Leder, Nieten, wildgewordene E-Gitarren, athletische Schlagzeug-Exkursionen, hysterisch-aggressive Sänger und die Großen und Größten des Genres: Auch im Jahr 2017 bot Wacken drei Tage lang wieder alles, was frenetisch feiernden Metal-Fans lieb und teuer ist. Längst hat sich das Konzertfestival zum Mekka für Anhänger dieser Musik in aller Welt entwickelt.

75000 Headbanger fallen mittlerweile alljährlich in Wacken ein und bejubeln ihre Idole mit geballter Faust. Karten sind nach dem Verkaufsstart innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Schön, dass da  die TV-Sender nicht abseits stehen: Mit ausgedehnten Beiträgen sorgt speziell 3sat seit Jahren dafür, dass auch diejenigen ohne Eintrittskarte Wacken genießen können. Interviews und Eindrücke aus dem Backstage-Bereich gibt es dazu obendrein.

Bilderstrecke Wacken Open Air 2017: So feiern die Fans beim Metal-Mekka
Es war wieder eine Schlammschlacht: Nach Konzerten von Szene-Größen und regelmäßigen Wacken-Gästen wie Amon Amarth und Volbeat, aber auch Weltstars wie Alice Cooper, Marilyn Manson, Kreator und Status Quo endete das Festival in der Nacht zum Sonntag mit einem Auftritt der Folk-Metaller von Subway to Sally. Insgesamt spielten rund 150 Bands an drei offiziellen - und einem inoffiziellen - Festival-Tag.Wacken Open Air 2017Wacken Open Air 2017

Avantasia als Stammgast in Wacken

Höhepunkt für viele Fans war diesmal das live übertragene Konzert von Avantasia. Das Projekt von Edguy-Sänger Tobias Sammet steht in der Tradition des Symphonic Metal: Aufwändige Kulissen und pompöse Klange zeigen dabei eindrucksvoll die enge Verwandtschaft besonders dieser musikalischen Spielart zur klassischen Musik. Ein Konzept, das ankommt: Mit über drei Millionen verkauften Tonträgern gehört Avantasia zu den erfolgreichsten deutschen Musikprojekten. Schon zum zwölften Mal heizten Avantasia in Wacken ihren Fans ein.

Klassik und harten erdigen Rock verschmelzen auch Apocalyptica: Die vier Cellisten samt Schlagzeuger aus Finnland intonierten diesmal ausschließlich Stücke von Metallica. Und auch wenn der emotionale Gesang von James Hetfield ein wesentliches Element dieser Band darstellt, lieferten die Finnen einen guten Job: Besonders bei emotionalen Titeln wie "Nothing else matters" hörte sich das ausgesprochen überzeugend an.

Lässige Party-Atmosphäre durch Status Quo

Quasi das Gegenstück dazu verkörpern Status Quo. Seit bald einem halben Jahrhundert mischt die Band um Gitarrist und Sänger Francis Rossi mit ihrem lässigen Partyrock die Musikwelt auf. Bandkollege Rick Parfitt, mit dem Rossi eine intensive Hassliebe verband, erklärte letztes Jahr seinen Ausstieg. Sein unerwarteter Tod an Heiligabend 2016 schockte die Musikwelt: Trotz Alkohol- und Drogenproblemen, einem schweren Auto-Unfall und mehreren Herzinfarkten schien Parfitt einfach unverwüstlich.

Die dänischen Volbeat und die US-Band Megadeath sorgten dafür, dass sich in der Sendung auch andere Spielarten von Metal und Hardrock präsentieren konnten. Angesichts der spärlichen Beteiligung weiblicher Musiker sinnierten die Macherdazwischen unter dem Titel  "Hottest Chick oder Monsterweib" über die Bedeutung von Metal-Sängerinnen und Emanzipation. Christina Scabbia, Frontfrau von Laguna Coil und Doro Pesch sorgten dafür, dass dieser Exkurs nicht allzu bierernst verlief.

Wie viele Frauen stehen auf Metal?

Der Musikwissenschaftler Professor Dr. Florian Hesch beschäftigt sich an der Universität Gießen mit Musik und Gender Studies. Und liegt zweifellos richtig, wenn er feststellt, dass es Frauen im Metal schwerer haben als ihre männlichen Kollegen, sich durchzusetzen. Erstaunlich aber, dass er den wohl wichtigsten Grund dafür nicht nennt oder gar zu analysieren versucht: Frauen sind auch als Fans dieser Musikrichtung eher in der Unterzahl.
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse