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TV-Kritik: "Waidmannsheil": Mehr Stoff, als die Geschichte verträgt

Von Die sechste "Nord by Nordwest"-Episode presst viel Handlung in ihre Laufzeit. Was am Ende nicht wirklich funktioniert.
Lona Vogt (Henny Reents) muss nicht nur einen heimtückischen Schützen suchen, sondern sich auch noch um ihren angeschossenen Vater kümmern. Bild: NDR(Degeto/Sandra Hoever Foto: (NDR Presse und Information) Lona Vogt (Henny Reents) muss nicht nur einen heimtückischen Schützen suchen, sondern sich auch noch um ihren angeschossenen Vater kümmern. Bild: NDR(Degeto/Sandra Hoever

Der Hund ist bekanntermaßen der beste Freund des Menschen. Wenn einer wie Philipp Benedikt also von seinem Jägerhochsitz den Hund von Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) ins Visier nimmt, kann der also nur ein richtiger Vollidiot sein. Kein Wunder also, dass er auch selbst als Kugelfang herhalten muss: Ein Schuss knallt, aber nicht der Hund fällt um, sondern Philipp Benedikt von seinem Hochsitz herunter. Jacobs, in Hörweite als Spaziergänger unterwegs, kommt umgehend dazu  und leistet erste Hilfe.

 

Während Jacobs im Krankenhaus zur Erholung in ein künstliches Koma versetzt wird, rätseln sowohl Jacobs als auch Polizistin Lona Vogt (Henny Reents) um das mögliche Motiv des Schützen. Der Koma-Patient hatte sich viele Feinde gemacht. Jacobs ermöglicht Ruth (Lilly von Kitzing), der jüngsten Tochter Benedikts, ein Praktikum in seiner Tierarzt-Praxis. Und Lona Vogt muss sich um ihren Vater kümmern, der angeschossen wurde und von der Polizei gesucht wird.

 

Das Kind vom Erzfeind

Daneben spielt noch Sara Benedikt (Pauline Rénevier) eine Rolle, erwartet sie doch ein Kind ausgerechnet von einem Sohn der Familie, mit dem die Benedikts tödlich verfeindet sind. Es ist also ziemlich viel, was das Drehbuch in die mittlerweile sechste "Nord by Nordwest"-Folge hineingepackt hat. Und mitunter ächzt dabei die Dramaturgie vernehmlich, weil nicht alle Handlungsfäden zusammenwachsen wollen.

Während sich in der letzten Folge "Sandy" die Erzählfäden gegen Ende verbanden und auf einen wilden und bleihaltigen Showdown hinausliefen, steht hier die Geschichte um Lona Vogts Vater am Ende ein wenig verloren im Film herum. Schade, denn wenn ein übereifriger Polizist wittert, dass was faul sein könnte, und nur wenige Meter von Lona Vogts Vater durchaus professionell agiert, merkt man, welches Potential in der Geschichte brodelt. Etwas unausgegoren erscheint auch der Rest des Krimis.

Das Romeo und Julia-Motiv bleibt in den Ansätzen stecken. Auch der schlitzohrige Gebrauchtwagen-Verkäufer Mehmet Ösker (Cem-Ali Gültekin), der den im Koma liegenden Philipp Benedikt doubelt, hätte noch Potential gehabt. Die Auflösung kann dagegen überzeugen. Gut zur Geltung kommt auch die stille Konkurrenz zwischen Lona Vogt und Arzthelferin Jule (Marleen Lohse). Dass sich Hauke Jacobs bei diesen beiden Schönheiten offenbar nicht entscheiden kann, lässt sich bestens nachvollziehen.

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