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TV-Kritik: "Was ich von dir weiß": Weitgehend spannungsfrei

Von Der ZDF-Montagsfilm verzichtet diesmal komplett auf Krimi-Elemente. Und das tut ihm gar nicht gut.
Ruth (Thekla Carola Wied) und Martin (Uwe Kockisch) haben sich nach Jahren unglücklicher Ehe auseinandergelebt. Foto: Wolfgang Ennenbach Ruth (Thekla Carola Wied) und Martin (Uwe Kockisch) haben sich nach Jahren unglücklicher Ehe auseinandergelebt.
Warum wir eine so hohe Affinität zum Krimi haben, wird immer wieder diskutiert. Seit Jahrzehnten fährt der "Tatort" eine Mordsquote ein, und auch sonst sind Verbrecher im TV gut vertreten. Der ZDF-Montagskrimi macht dem "Tatort" mitunter am wirkungsvollsten Konkurrenz, und "Was ich von dir weiß" beweist überzeugend, warum das unbedingt auch so bleiben sollte. Das Szenario des Films hätte nämlich schon mal eine solide Grundlage abgegeben.
 
Ruth (Thekla Carola Wied) und Martin Seger (Uwe Kockisch) haben sich in ihrer rund 40-jährigen Ehe auseinandergelebt. Ruth hat sich als Seniorstudentin der Philosophie in ihren Professor Georg Seveking (August Zirner) verliebt, der ihre Zuneigung voll erwidert. Die Mittsechzigerin vertraut sich ihrem Sohn an und der verrät ihr ein pikantes Geheimnis: Sein Vater hat schon seit 20 Jahren eine Geliebte.
 

Düstere Geheimnisse

 
Martin Seger hat in seiner Zeit als Polizeibeamter die drogensüchtige Melanie von der schiefen Bahn geholt und ihr eine Ausbildung samt Arbeitsplatz besorgt. Sein Sohn Daniel (Daniel Wiemers) kam ihm auf die Schliche, aber Martin erpresste ihn zum Schweigen. Martin hat seiner Frau aber nicht nur die Geliebte, sondern auch die Todesursache der gemeinsamen Tochter verschwiegen: Die 20-jährige starb nicht durch einen Verkehrsunfall.

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Eine Studie über Entfremdung in einer Ehe, wo sich hinter der gutbürgerlichen Fassade Abgründe auftun: Was für einen prächtigen Psychothriller hätte man daraus machen können, vielleicht mit Anklängen an die Romane George Simenons und die Filme von Claude Chabrol. Stattdessen entwickelt der Film aus seiner spannenden Ausgangssituation kaum Handlungsdynamik, sondern tritt im Wesentlichen auf der Stelle. 
 

Ehedrama ohne Biss

Psychologisch schlüssig erscheint nur wenig, und glaubwürdig wird das Geschehen schon gar nicht. Das Drehbuch kümmert sich kaum um eine Vertiefung der Beziehung zwischen Ruth, Martin und Sohn Daniel, sondern weicht vielmehr auf ein Eheproblem des Sohnes aus. Wobei es diesen Konflikt sogar noch stiefmütterlicher behandelt.  Auch eine Affäre von Martins Geliebter mit einem Arbeitskollegen erschöpft sich in ein paar nebulösen Andeutungen.
 
Der Film erzählt seine Geschichte denn auch ziemlich einschläfernd, weil die Handlung einfach nicht in die Gänge kommt. Krimi-Elemente hätten hier eine Menge bewirken können, sie bleiben aber bis auf ein paar Übungen Martins am Schießstand weitgehend außen vor. Dass die Geschichte Martin am Ende einfach so an Krebs sterben lässt, beweist noch einmal deutlich, wie lieb- und lustlos sie zusammengeschustert wurde.
 
Da können auch Wied, Kockisch und Zirner nichts mehr retten: Dieser Versuch, anstatt des sonst üblichen Montagskrimis mal ein Psychodrama zu erzählen, entpuppt sich schnell als Totalausfall.
 
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