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TV-Kritik: "Weiblich, böse, tot": Kein "Hubert und Staller"-Höhepunkt

Von Eine tote Brauerei-Chefin in der Sudpfanne: Es gab schon Besseres, wenn die beiden Polizisten aus der ARD-Vorabendserie Verbrecher jagten.
Franz Hubert (Christian Tramitz) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau) versuchen, den Tod einer Brauereichefin aufzuklären. Foto: (ARD-Programmdirektion) Franz Hubert (Christian Tramitz) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau) versuchen, den Tod einer Brauereichefin aufzuklären.

Zuerst ist es nur ein scheinbarer Einbruch, weswegen Franz Hubert (Christian Tramitz) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau) zu einer Brauerei gerufen werden. Doch dann entdeckt Staller die tote Brauereichefin Sabine Münzer in einer Sudpfanne im Kesselhaus der Brauerei. Sie wurde erwürgt. Die energische Chefin hatte sich viele Feinde gemacht. In ihrem Hals findet sich bei der Autopsie ein Manschettenknopf mit Widdermotiv.

Auf einem Foto trägt der Musiker Sebastian Fischer (Florian Fischer) einen Manschettenknopf von der Art wie in der Toten gefunden. Fischer gibt allerdings an, der Knopf wäre im schon vor langer Zeit gestohlen worden. Während Hubert und Staller versuchen, die einzelnen Spuren zu verbinden, will der eitle Polizeirat Reimund Girwidz (Michael Brandner) den Kriminalschriftsteller Martin Freudenthal (Norbert Stöß) beeindrucken.

Müde Witze am laufenden Band

An Beliebtheit haben es Hubert und Staller mittlerweile ziemlich weit gebracht: Die mit "Weiblich, böse, tot" zu Ende gehende siebte Staffel der Vorabendserie war die bisher erfolgreichste  bei den Zuschauern. Die Mischung aus Krimi und Klamauk mit ausgeknobelten Geschichten kommt einfach an beim Publikum. Die Zuschauer werden es auch verzeihen, wenn einmal eine Geschichte nicht wirklich zünden will.

So wie diese hier. Es ist nämlich ziemlich viel an plattem Humor, den das Drehbuch in die Geschichte um die tote Sabine Münzer eingeflochten hat. Da darf etwa der daueralkoholisierte Braumeister Fuschl (Joachim Bauer) um sein Gleichgewicht kämpfen, es geht um die Jagd nach einem Wespennest  an der Polizeistation und die Art und Weise, mit der Girwidz Eindruck schinden will, überspannt dann den Bogen endgültig.

Parallelen zu "Wilsberg"

Girwidz erinnert zumal mit Sonnenbrille hier stark an den selbstgefälligen Kommissar Overbeck aus den "Wilsberg"-Krimis des ZDF. Der Hintergrund  um die Tote enthält zwar eine Geschichte, die durch das Eifersuchtsmotiv darin eine gewisse Wirkung entfaltet. Allerdings verliert der Zuschauer durch die bemühte Konstruktion der Handlung, die überwiegend verbale Vermittlung und den bemühten Witz schnell das Interesse an Fall und Figuren.

Die gemächliche Erzählweise der Reihe erscheint deswegen diesmal  durchweg hausbacken. Wenn Staller kurz nach dem Fund der Leiche in einem Kriminalroman blättert, leidet auch die Glaubwürdigkeit erheblich. Andere Folgen der Reihe haben die Balance aus Witz und Krimi schon deutlich besser gehalten.

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