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TV-Kritik: "Weltspiegel": So kämpfen die Inuit ums Überleben

Von Unter den Beiträgen im aktuellen "Weltspiegel" ragte eine Reportage aus Grönland besonders heraus.
Gletscher auf der Thule Airbase (US Airforce) im Norden Grönlands. Foto: Anne-Rose Dostalek Gletscher auf der Thule Airbase (US Airforce) im Norden Grönlands.
Die Sendung ist ein Methusalem im deutschen Fernsehen: Seit dem Jahr 1963 flimmert der "Weltspiegel" schon über die Mattscheibe. Diesmal stand Grönland im Focus und am Ende könnte sich mancher Zuschauer gefragt haben, warum die Macher nicht eine ganze Sendung über die Insel zusammengestellt haben. An spannenden und bewegenden Hintergründen fehlte es nicht. Besonders der Beitrag über die Inuit hätte aber ausgiebiger ausfallen sollen.
 
Die Volksgruppe der Inuit dürfte in Wirklichkeit noch stärker bedroht sein als in der Sendung deutlich wurde. Ihre Probleme gleichen frappierend denen vieler Indianerstämme in den Reservaten auf nordamerikanischem Gebiet nach der Eroberung des Wilden Westens: Den Wandel vom traditionellen Jäger- und Nomadenleben zur Sesshaftigkeit und den damit verbundenen Verlust ihrer sozialen Gefüge haben viele Inuit nur schwer verkraftet.
 

Der Sturz ins Bodenlose

 
Die Folgen sind gravierend: Alkoholismus, eine extrem hohe Selbstmordrate, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und massiver sexueller Missbrauch selbst an Kindern bestimmen das Leben vieler Inuit. Besonders unfassbar: Auch Unterernährung ist für viele Kinder ein gravierendes Problem. Kim Godfredtsen, ein sehr engagierter Sozialarbeiter, zeigt unkonventionelle Ansätze darin, die verunsicherten und bedrohten Jugendlichen zu erreichen und ihnen eine neue Perspektive zu vermitteln.

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Dieser Teil der Sendung zeigte sich besonders emotional und hätte gerne noch etwas ausführlicher ausfallen können. Indessen kam auch die Vergangenheit und Gegenwart Grönlands als militärischer Stützpunkt der USA zur Sprache. Die Sendung führte zu einem Ort, der für Journalisten normalerweise verbotenes Gelände darstellt: auf den US-Militärstützpunkt in Thule im Norden Grönlands.
 

Der kalte Krieg im Polargebiet

 
Im Jahr 1951 und mitten im Koreakrieg errichtete die US-Army hier eine Basis, auf der zeitweise rund 10.000 Soldaten stationiert waren. Jetzt sind es noch rund 600 GIs, die hier ihren Dienst verrichten. Man glaubt schnell, das Thule einen der unbeliebtesten Posten im US-Militär darstellt: Lange Dunkelzeiten und dazu Schlamm- und Mückenperioden plus Langeweile setzen den Soldaten schwer zu.
 
Ein wenig Abwechslung bietet aber die Natur, und die rückte die Sendung mit faszinierenden Bildern von den Weiten und Eislandschaften Grönlands und in den anderen Beiträgen auch Alaskas (Kampf der Klimaforscher gegen Trumps Informationspolitik) und der Arktis (Russlands Griff nach den Bodenschätzen der Arktis) immer wieder in den Focus. Optisch hatte der "Weltspiegel" diesmal darum besonders viel zu bieten.
 
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