Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 8°C

TV-Kritik: "Wespennest": Die tödliche Demütigung

Von "Ein starkes Team" trifft in einer Wohnsiedlung auf einen starken Fall: Sex, Eifersucht und brodelnde Wut ergeben hier eine spannende Mischung.
Die Kommissare Otto Garber (Florian Martens, M.) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck, r.) überraschen einen Einbrecher (Attila Georg Borlan). Foto: ZDF/Katrin Knoke Die Kommissare Otto Garber (Florian Martens, M.) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck, r.) überraschen einen Einbrecher (Attila Georg Borlan).
Das hinter gepflegten Häuserfassaden Unheil lauert, wissen Filmfans spätestens seit "Die Frauen von Stepford". Und wenn hier zum Anfang die Kamera zu unheilschwangerer Musik über eine noble Wohnsiedlung gleitet und der Putzfrau Adela (Maria Schuster) auf dem Weg zur Arbeit im Haus der Familie Kubsch folgt, ahnt man schon, dass es diesmal für Adela kein normaler Arbeitstag wird. Beim Staubsaugen bilden sich Blutspuren auf dem Teppichboden, und Franziska Kubsch (Nadine Warmuth), die Frau des Hauses, liegt tot im Haus – hinterrücks erstochen.

Sohn Finn (Maaris Wermann) hat einen schweren Schock erlitten. Auch Henry Kubsch (Marcus Mittermeier) zeigt sich entsetzt, ebenso die Nachbarschaft, besonders Carina Behrendt (Friederike Kempter) und ihr Mann Gero Behrendt (Janek Rieke). Gerade die Behrendts haben, wie die Fahnder Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens) feststellen, Henry Kubsch viel zu verdanken. Sie wohnen mit Henry Tür an Tür und mit gemeinsamem  Garten.

Überall Affären

Henry gehören beide Häuser und er lässt Gero und seine Frau zum Freundschaftspreis bei sich wohnen. In der nachbarschaftlichen Idylle gibt es freilich auch jede Menge Misstöne, so in Gestalt von Ronnie Stelter (Sönke Möhring), der schon durch seinen vergammelten Land Rover wie ein Schmutzfleck in der gepflegten Siedlung wirkt. Zudem hatte er eine Affäre mit der toten Franziska, und deren Mann war auch kein Kind von Traurigkeit.

Sendung verpasst? Jetzt online in der Mediathek ansehen!

Schon erstaunlich, wie gut der ZDF-Dauerbrenner in seiner mittlerweile 72. Folge funktioniert – haushoch besser als der ähnliche Kölner "Tatort"-Krimi "Nachbarn". Die Affären innerhalb der Siedlung sind hier nämlich nicht nur schön ausgedacht und gut mit der Handlung verzahnt. Drehbuchautor Alexander Hildebrand hat die Geschichte in ihren Dialogen außerdem noch mit jeder Menge feiner Gehässigkeiten angedickt. Dadurch entwickelt sich schon früh eine lauernde Spannung, die durch immer neue Aufdeckungen auch bis zum Ende nicht mehr nachlässt.

Kriminalrat als Schwachpunkt der Reihe

Abgesehen vom üblichen Sputnik-Auftritt konzentriert sich die Geschichte auf die Ermittlungsarbeit. Eine beachtliche Sogwirkung entwickelt sie dabei durch das immer stärker hervortretende Motiv einer jahrelangen Demütigung, die einen Ausraster und die Tötung Franziska Kubschs psychologisch schlüssig und nachvollziehbar gestaltet. Die überzeugenden Schauspieler tragen weiter dazu bei, dass der Zuschauer sich für ihre Figuren interessiert.

Ein Schwachpunkt ist dabei aber noch Kriminalrat Lothar Reddemann, den Arnfried Lerche immer wieder als halbvertrottelten Vorgesetzten der Ermittler verkörpern muss. Ähnlich wie im Schweizer "Tatort" mit dem vergleichbar angelegten Regierungsrat Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu) büßt die ZDF-Krimireihe dabei stellenweise an Glaubwürdigkeit ein – ein vermeidbarer Fehler. Und dass Otto Garber durch seinen Leichtsinn einem Einbrecher in die Hände fällt, hätte auch nicht sein müssen.
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse