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TV-Kritik: Wilde Miezen: Ein Muss für Katzenfanatiker

Die Dokumentation nähert sich der Faszination Katz, spart aber auch die negativen Folgen unkontrollierter Vermehrung nicht aus. Unser Kritiker sagt: Ein Muss für Katzenfans.
Wilde Miezen: Katzen allein unterwegs Foto: (MDR) Wilde Miezen: Katzen allein unterwegs

Sie inspirierte Dichter wie Edgar Allan Poe oder Charles Baudelaire und begeistert mit ihrer Anmut und Wildheit eine zahlreiche Anhängerschaft: die Katze. Der Stubentiger hat sich zu Europas beliebtestem Haustier entwickelt: Allein in Deutschland leben zwölf Millionen, Verwilderte allerdings eingeschlossen. Als Streicheltier erfreuen sie ihre Besitzer zuhause.

Doch was treiben sie, wenn sie hinausgehen? Die Verhaltenstierärztin Dunia Thiesen-Moussa hat in Weimar die Gewohnheiten von Freigängern näher untersucht. Weimar gilt als Deutschlands Katzen-Hochburg mit 65.000 Einwohnern und 10.000 Katzen. Zehn Tiere hat die Forscherin ausgesucht, mit einem möglichst breiten Querschnitt: Katzen und Kater, freche und ängstliche Tiere, Alte und Junge, Einzeltiere und solche aus Haushalten mit mehreren Tieren, Schwarze, Weiße und Gemusterte.

Die Welt aus Katzenperspektive

Kleine und leichte Halsbänder mit GPS-Signalen ermöglichten es bei der Untersuchung, die Wege der Tiere in der Dämmerung genau nachzuverfolgen. Allerdings erschöpft sich die Dokumentation natürlich nicht in einer öden Ansammlung von Daten. Wo es möglich war, bekamen die Katzen oft sogar kleine Kameras umgehängt. So können die Zuschauer hier die Welt aus Katzenperspektive noch viel genauer kennenlernen.

Katzenfreunde kommen hier denn auch voll auf ihre Kosten. Schon zu Beginn springt eine schwarze Katze auf eine Türklinke und öffnet die Tür nach innen. Anhand der Wege der Katzen zeigen sich auch ihre höchst unterschiedlichen Charaktere, die auch vor der Kamera zur Geltung kommen. Dabei profitierten die Forscher vor allem von den ausgedehnten Anlagen des Parks an der Ilm. An der Gestaltung von Weimars größtem Landschaftspark hatte bereits Goethe mitgewirkt.

Die Schattenseiten der Katzenflut

Die ausgedehnten Grünflächen beherbergen große Mengen an Nagetieren – für Katzen also das ideale Jagdrevier. Die Sendung vermittelt viel von der Faszination, die von Katzen auf Menschen ausgeht. Das geht bis zur verwendeten Musik, die an einigen Stellen sicher nicht zufällig an die Musik von „Der rosarote Panther“ erinnert. Dabei spart sie aber auch die Schattenseiten nicht aus, die die unkontrollierte Haltung von Katzen mit sich bringt.

Katzen vermehren sich extrem stark, und die Folgen gehen nicht nur zu Lasten der Vogelwelt, sondern schaden auch den Katzen selbst. Es gibt in dem Film nicht nur spannende Aufnahmen von Katzen beim Anschleichen und zusammen mit ihren Besitzern zu sehen, sondern auch kranke und heruntergekommene Tiere. Dass der Film den Zuschauern das vieldiskutierte Katzenelend nicht erspart, macht sie gerade für Katzenfreunde noch einmal besonders sehenswert.

Hier können Sie das Video in der Arte-Mediathek abrufen.

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