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TV-Kritik: „Wink des Schicksals“: Gelungene Mischung

Von Die „Küstenwache“-Episode ist ein flotter Mix aus Krimi, Romanze und etwas Witz, verrührt mit einer kräftigen Dosis Seeluft.
Ein Hauch von Gefühl: Alexej Vaschenko (Aleksandar Tesla) möchte von Lisa Dittmer (Lucie Hollmann) wissen, warum sie über Bord ging. Foto: Christine Schroeder Ein Hauch von Gefühl: Alexej Vaschenko (Aleksandar Tesla) möchte von Lisa Dittmer (Lucie Hollmann) wissen, warum sie über Bord ging.
Lisa Dittmer (Lucie Hollmann) löst die Leinen des väterlichen Segelboots und fährt los, während ihr hilfloser Vater Paul (Till Demtrøder) am Ufer zurückbleibt.  Er hat ihr von seiner bevorstehenden Scheidung erzählt. Nun segelt Lisa auf die hohe See hinaus und stürzt dabei von Bord. Der Russe Alexej Vaschenko (Aleksandar Tesla) rettet sie und nimmt ihr Boot in Schlepptau. Währenddessen ziehen Kapitän Holger Ehlers (Rüdiger Joswig) und Wachoffizier Saskia Berg (Sabine Petzl) den erschossenen Bernd Tiede aus dem Wasser. Er war Besitzer eines Fischrestaurants, das aber kurz vor der Insolvenz stand. Seine Tödliche Schussverletzung stammt von einem alten Kaliber der Sowjetarmee.
 
In der Nacht vor seinem Tod ist er laut seiner Ehefrau Nadja (Beate Maes)noch einmal mit seinem Fischkutter hinausgefahren, was auch der zuständige Mann von der Hafenmeisterei bestätigt. Aber sein Kutter liegt im Hafen ordentlich vertäut vor Anker. Die Küstenwache entdeckt Farbe eines fremden Bootes am Bootsrand – offenbar hatte der Kutter auf hoher See eine leichte Kollision mit einem fremden Boot. Die Farbe ist rot – wie die von Alexejs Kutter. Außer Tiedes Ehefrau nimmt die Küstenwache auch Seven Runge (Peter Fieseler) ins Visier, der in Tiedes Restaurant als Koch arbeitete. War er außer den finanziellen Problemen ein weiterer Grund, dass im Haus Tiede der Haussegen schiefhing?
 

Schöne Uniformen, attraktive Bilder

 
Fast 20 Jahre lang retteten sie Menschen auf hoher See oder jagten und fingen Verbrecher: Die Männer und Frauen der „Albatros“ beziehungsweise der „Albatros II“ (wie in dieser Folge)von der Küstenwache. Die TV-Serie gehörte mit 17 Staffeln und insgesamt 299 Episoden plus Pilotfilm zu den erfolgreichsten Serien im deutschen TV überhaupt. Vorbei: Im Januar dieses Jahres war Schluss. Warum die Serie so erfolgreich war, ist schnell ersichtlich: Vor allem das Maritime mit Schiffen und peinlichst gepflegten Uniformen spielt eine große Rolle. Auch wenn sich große Teile der Handlung an Land und in den Büros der Küstenwache abspielen, weht stets ein Hauch von Seeluft ins heimische Wohnzimmer.
 
„Wink des Schicksals erzählt im Wesentlichen eine konventionelle, aber zügig und mit viel Sinn für norddeutsches Lokalkolorit von der Küste erzählte Kriminalgeschichte. Eine alte Münze mit Romanov-Wappen an Bord des alten Kutters führt die Küstenwache allmählich auf die richtige Spur. Daneben entsteht zwischen Lisa und ihrem Retter eine Art Beziehung: Lisa zeigt sich fasziniert von Alexej, der behauptet, vor der Wehrpflicht in der russischen Armee geflohen zu sein. Vor allem durch Lucie Hollmann als kratzbürstiger Teenager bekommt die Geschichte auch eine gewisse Glaubwürdigkeit.
 

Das Familiäre darf nicht fehlen

 
In Serien dieser Art darf auch eine kleine Nebenhandlung nicht fehlen, die etwas Humor ins Geschehen mit einbringt. In diesem Fall ist das der Geburtstag von Hermann Gruber (Michael Kind), dem Leiter der Einsatzzentrale der Küstenwache. Der für die Organisation der Feier zuständige Mann ist erkrankt, weswegen  die Mitarbeiter alles in Bewegung setzen, um doch noch eine Feier zu organisieren. Solche Erzählstränge stärken nicht zuletzt auch erfolgreich das familiäre Gefühl im Zuschauer.  
 
Die Charaktere präsentieren sich als übersichtlich angelegt und attraktiv besetzt und obwohl „Küstenwache“ keine Actionserie war, bleibt das Erzähltempo hoch. Auch durch die vielen Aufnahmen auf See herrscht der Eindruck von Dynamik vor. Der Zuschauer dürfte die Serie schon vermissen, und nicht nur hierzulande: Auch im Ausland gehörte „Küstenwache“ zu den Serien-Dauerbrennern, und es ist nicht schwer ersichtlich, warum das so war.

Die ganze Folge gibt es hier
 
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