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TV-Kritik: "Wir lieben Fernsehen": Nostalgie ohne Konzept

Zum 50. Jubiläum des Farbfernsehens lieferte das Zweite einen umfangreichen, aber oberflächlichen Rückblick.
Mariele Millowitsch (l.), Walter Sittler (M.) und Barbara Wussow (r.). Foto: ZDF/Sascha Baumann Mariele Millowitsch (l.), Walter Sittler (M.) und Barbara Wussow (r.).
Haben wir es nicht schon immer geahnt? Fernsehen macht Spaß, wen man etwas wirklich sehen will und nicht nur müde vor der Kiste abhängt. Und wem wird nicht warm ums Herz, wenn er sich an gewisse prägende Erlebnisse in seiner persönlichen TV-Biographie zurückerinnert? Der erste "Tatort", der erste "Derrick"?  Überhaupt die Deutschen und der Krimi: Dazu hatte das ZDF etwa mit Mariele Millowitsch aus "Marie Brand" und  Walter Sittler aus "Der Kommissar und das Meer" gleich zwei bekannte Kommissar-Gesichter aus eigener Fertigung eingeladen.

Hier geht es zur kompletten Sendung

Und lieferte auch gleich einen umfangreichen Rückblick in das Genre, inklusive Derrick, Götz George und Columbo. Columbo? Ja, der US-Inspektor war auch mit von der Partie und verdeutlichte den Schwachpunkt der Sendung: Es wirkte alles etwas konzeptlos zusammengestellt. Nicht gegen heimelige Erinnerungen an Käsetoast und Bananenquark vor der Mattscheibe! Aber wenn Johannes B. Kerner unsere Affinität für Thrill und Verbrecherjagd herausstellt, hätte man schon gerne einmal dazwischengefragt: Sind wir da wirklich alleine?

Anderson und Adorf zu Besuch

Mögen Amerikaner und Engländer das etwa nicht so gerne? Wie war denn das damals mit "In den Straßen von San Francisco", "Miami Vice" oder "Mit Schirm, Charme und Melone"? Deutsche Serien waren das nicht. Aber schön, die Sendung hieß halt "Wir lieben Fernsehen" und nicht "Wir lieben Krimi". Wäre das nicht auch einmal eine Idee für eine Sendung, liebes ZDF? Nach dem TV-Krimi ging es weiter mit einem großen Rundumschlag.
 
Massenweise Schnipsel mit nostalgisch grobkörnigen Bildern und blassen Farben erinnerten an Familienserien und die ersten Gehversuche von Schauspielern wie Christine Neubauer. Bekannte TV-Musiken sollten geraten werden und es kamen verschiedene  Stars von Pamela Anderson aus "Baywatch" bis hin zu Alt-Mime Mario Adorf  zu Besuch, solange sie nicht schon von Anfang an mit ihren Gastgebern Kerner und Steven Gätjen zusammen auf der Couch saßen.  

Weitere Folgen bis September

Gätjen bewies dabei einigen Witz, als er im Zeitlupentempo die Baywatch-Bewegungen nachahmte. Unterhaltsam und anheimelnd war das natürlich schon. Zumal man Schauspieler auch einmal als Privatleute und damit außerhalb ihrer gewohnten Rollen erleben konnte. Die Sendung war halt bildlich gesehen kein Menü mit sorgfältig auseinander abgestimmten Gängen, sondern ein Büffet, wo man alles wahllos in sich hineinstopft.
 
Am Ende wusste man kaum noch, womit die Sendung eigentlich angefangen hatte. Für die folgenden Beitrage "Unsere größten Spaßvögel" am 24. August, "Unsere größten Sporthelden" am 31. August und "Unsere größten TV-Momente" am 2. September wünscht man sich aber ein strafferes Konzept.
 
 
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